Drei riesengroße Oster-Eier des Klärwerks Emschermündung

Nachtaufnahme der Faulbehälter der Kläranlage Emscher-Mündung in Dinslaken. Foto: Sven Breszyk/EGLV

Dinslaken (pm/aw). Ostern steht wieder vor der Tür und mit den Feiertagen leben viele Traditionen auf. Die Suche nach den Oster-Eiern ist besonders beliebt und verbreitet. Die Emschergenossenschaft kann dank des Klärwerks Emschermündung in Dinslaken gleich drei riesengroße Eier vorweisen: die womöglich größten Eier, die die Dinslakener Bürgerinnen und Bürger am Sonntag finden werden.

Doch auch wenn die 40 Meter hohen Eier an riesengroße Oster-Eier erinnern, steckt in ihnen doch viel mehr: Die bei Nacht blau beleuchteten Eier – ganz im Stile der Emschergenossenschaft – sind nicht nur ein Hingucker, sondern erfüllen auch eine wichtige Funktion: Die Eier oder vielmehr Faulbehälter, wie sie eigentlich heißen, fassen jeweils 16.600 Kubikmeter und dienen dazu, den durch die Abwasserreinigung gewonnenen Klärschlamm zu erhitzen und umzuwälzen. Das beschleunigt den Faulprozess. Die durch diesen Vorgang gewonnenen Gase werden als Energiezufuhr genutzt. Die getrocknete Klärmasse wird wiederum als Brennmaterial verwendet. Somit ist selbst der Klärschlamm kein Abfall, sondern wird vollständig weiterverwertet. Ein nachhaltiger Kreislauf – und das alles dank drei Eiern.

Warum sind es ausgerechnet Eier?

Dass die Faulbehälter eier-förmig sind, erinnert zwar an Ostern, hat aber einen ganz praktischen wirtschaftlichen Hintergrund: Dank der ovalen Form wird lediglich ein Schraubenschaufler benötigt, um den Klärschlamm umzuwälzen. Zudem kann sich mit Hilfe der Ei-Form kein Schlamm in den Ecken ablagern. So wird mit möglichst wenig Aufwand der Schlamm vollständig weiterverwertet. Zudem war es seit den 1950er-Jahren möglich, Schalungen dieser Form zu verbauen. Die Form war zum damaligen Zeitpunkt also sehr modern und „en vogue“.