Dorfkirche nach Sanierung wieder eingeweiht

Dorfkirche in Garrey. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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Garrey (aw/dsd). Mit einem Festgottesdienst feierte die evangelische Kirchengemeinde Garrey (Landkreis Potsdam-Mittelmark) die Einweihung ihrer restaurierten Dorfkirche. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Gemeinde bei ihrem Bemühen um den Erhalt der Kirche in den beiden vergangenen Jahren dank eines Vermächtnisses und dank ihres Dorfkirchenfonds mit insgesamt 18.000 Euro. Die Dorfkirche in Garrey ist ein rechteckiger Feldstein-Saalbau wohl aus dem 14. Jahrhundert.

Das Gebäude umgeben der Friedhof, das Alte Schulhaus und die Schmiede. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste das Gotteshaus um 1680 wiederaufgebaut werden. Die Dreifenstergruppe mit Backsteingewänden in der Ostwand jedoch ist ursprünglich erhalten geblieben. Das Kirchenschiff ist an der Südseite durch ein Spitzbogenportal zugänglich, ein zweites Portal auf dieser Seite ist heute vermauert.

Der Innenraum hat seit dem 19. Jahrhundert eine Balkendecke. Auch die Emporen im Süden und Westen stammen aus dieser Zeit. Vom barocken Altar ist nur der Unterbau erhalten. Das Chorgestühl wiederum datiert aus dem 17. Jahrhundert. Die hölzerne Kanzel mit Darstellungen der Evangelisten entstand wohl bereits Ende des 16. Jahrhunderts. 1862 wurde das Innere restauriert, 1883 umgebaut. Die Farbgebung im Inneren stammt aus der Zeit der letzten Grundrestaurierung um das Jahr 1900.

Bei der Dorfkirche Garrey bestand akuter Handlungsbedarf. Die Westwand mit Turm drohte einzustürzen, Dach und Dachstuhl waren stark geschädigt. Zunächst wurden der Turm und die Westfassade instandgesetzt. Zur Wiedergewinnung der Tragfähigkeit und Stabilität erneuerte man in diesem Bereich das Fundament und verankerte die Westwand an den Längswänden. Im Turm wurden umfangreiche Reparaturen an der Holzkonstruktion ausgeführt und der Turmschaft in seiner Gefügequalität wieder hergestellt. Jahrelange Nässeeinwirkung hatte den barocken Dachstuhl stark geschädigt.

Fast alle Sparren- und Balkenköpfe mussten saniert und teilweise ertüchtigt werden. Die Fassade sowie die Fenster und die Tür wurden wie alle anderen Reparaturen substanzschonend und denkmalgerecht ausgeführt.

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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