Dokumentationszentrum für Opfer deutscher Diktaturen

Foto: Wikimedia Commons/Marcel Rogge/CC BY-SA 3.0

Die Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung des MfS im Bezirk Schwerin am Demmlerplatz in Schwerin war seit 1916 Gerichtsgefängnis. Seit 1933 wurden hier politische Gefangene festgehalten, zunächst durch die nationalsozialistischen Machthaber, ab 1945 durch den sowjetischen Geheimdienst und seit Anfang 1954 durch das MfS. Seit der Wende wird das Objekt durch das Landgericht Schwerin genutzt. Seit 2001 besteht ein Dokumentationszentrum zur Erinnerung an die Opfer beider deutscher Diktaturen.

Das 2001 am Schweriner Demmlerplatz eröffnete Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland versucht durch eine dreiteilige Dauerausstellung und durch ein breites pädagogisches Angebot die wechselvolle, zum Teil bestürzende Vergangenheit des Gebäudes seit 1916 aufzuarbeiten und dabei vor allem den politischen Missbrauch des Rechts und der Strafjustiz durch staatliche Institutionen darzustellen.

Neben dem selbstständigen Erschließen der Dauerstellung werden thematische Führungen und Studientage für besondere Zielgruppen angeboten. Durch Zeitzeugengespräche wird den Opfern Gehör verschafft. Die Ereignisse erhalten ein Gesicht und eine Stimme. Daneben wird im Rahmen der Lehrerfortbildung nach einer ganzheitlichen Methode Lehrerinnen und Lehrern das Rüstzeug zur Bewältigung des schwierigen Themas „Auseinandersetzung mit den Diktaturen in Deutschland“ zur Verfügung gestellt. Ziel ist, über die Lehrer Jugendliche, die im Prozess der Entwicklung ihrer eigenen Identität und Persönlichkeit stehen, zu stärken und zu motivieren, sich für Zivilcourage und Toleranz zu engagieren.

Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen
Obotritenring 106, 19053 Schwerin
www.lpb-mv.de

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