Dokumentation „Das große Loch – Heimat gegen Kohle“

Tagebau Garzweiler. Foto: WDR/Bauer & Blum/Florian Richter
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Köln (aw). In seiner Dokumentation am Freitag (03. März 2017) zeigt der WDR um 20.15 Uhr die Folge „Das große Loch – Heimat gegen Kohle“. Florian Caspar Richter und Alexander Landsberger stellen in ihrem Film das größte Loch Europas mitten im Rheinland vor. Um Braunkohle zu gewinnen, verschlingt der riesige Tagebau Garzweiler Wälder, Felder und Dörfer. Er prägt das Schicksal einer ganzen Region und spaltet die Menschen in Profiteure, Befürworter und Gegner. Die Dokumentation stellt einige dieser Menschen vor, die jeden Tag um Gegenwart und Zukunft dieser Landschaft ringen. Beeindruckende Bilder, Überflüge und Drehaufnahmen im Loch zeigen den gigantischen Tagebau vor unserer Haustür, wie wir ihn sonst nicht zu sehen bekämen.

Im Tagebau Garzweiler, einem von drei Großtagebauen im rheinischen Braunkohlerevier zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln, arbeiten die größten beweglichen Maschinen der Welt. Rund um die Uhr nagen die gewaltigen Bagger am rheinischen Boden: Jedes Jahr wandert der Tagebau rund 300 Meter weiter. Die Braunkohle, die im Auftrag des Energiekonzerns RWE in bis zu 230 Meter Tiefe abgebaut wird, wandert direkt in eins der Kraftwerke der Region, wo sie zur Stromgewinnung verfeuert wird – und dabei große Mengen CO2 produziert.

Der Tagebau bestimmt maßgeblich das Gesicht der Region und das Leben der Menschen, die hier wohnen. Er gibt Tausenden Menschen Arbeit, trifft aber seit Jahren auch auf Protest und Widerstand von Umweltaktivisten. Vor allem aber nimmt „das große Loch“, wie es hier genannt wird, vielen Bewohnern die Heimat, weil ihre Dörfer dem Tagebau weichen müssen. Immerhin 35.000 Menschen mussten seit den fünfziger Jahren ihre Häuser aufgeben und an neue Standorte umsiedeln.

Dort, wo die gewaltigen Bagger mit dem Kohleabbau fertig sind, entsteht auf der Industriebrache eine neue künstliche Landschaft. Es ist die Aufgabe der Rekultivierer von RWE, in gigantischem Umfang neue Wiesen, Äcker und Waldflächen anzulegen, damit auf dem neuen Boden wieder Landwirtschaft betrieben werden kann und eine lebendige Vielfalt von Pflanzen und Tieren heimisch wird.

Wenn eines Tages – nach heutigem Stand im Jahr 2045 – der Braunkohleabbau endgültig beendet wird, dann soll aus der Tagebauregion eine gigantische Seen- und Naherholungslandschaft werden. Mit Wasser aus dem Rhein, das über Jahrzehnte hierher umgeleitet werden müsste, würde in Hambach der zweitgrößte See Deutschlands entstehen – an Wassermenge übertroffen nur vom Bodensee. Die Tagebaue sind heute sogar aus dem Wetall zu sehen.

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