Diagnose „Echter Hausschwamm“ beim Schloss Hummelshain

Neues Jagdschloss Hummelshain. Foto: rottenplaces Archivfoto

Hummelshain (aw). Wie der Förderverein Schloss Hummelshain e.V. mitteilt, wurde im attraktiven Beletage des Schlosses im Saale-Holzland-Kreis von einem Experten der „Echte Hausschwamm“ festgestellt. Ein großes Problem, denn Schlossbesitzer Dr. Lutz Rothe hatte im einstigen Arbeitszimmer der Herzogin schon seit Längerem einen „unbestimmten Pilzbefall“ festgestellt, aber nicht darauf reagiert. Der Verein informierte also die Denkmalbehörde und beauftragte die Expertin Dipl.-Ing. Heike Lierke vom Jenaer Blei-Institut, die den gefährlichsten aller Schadpilze bestätigte.

Welche kurzfristigen Maßnahmen zur Hauschwamm-Bekämpfung jetzt notwendig sind und wie die finanziert werden könnten, lässt der Verein derzeit völlig offen. Entsprechende Leistungen durch den Schlossbesitzer sind wahrscheinlich nicht zu erwarten. Der Förderverein wird sein Augenmerk derzeit vor allem auf die begonnene Dachsanierung und Trockenlegung richten, die entscheidenden Maßnahmen zur Sicherung des kostbaren Baudenkmals. Um auch den Hausschwamm effektiv bekämpfen zu können, werden weitaus höhere Fördermittel benötigt.

Im ersten Bauabschnitt wurden 2018 die stark geschädigten Dachflächen des Westflügels saniert. Neben den Dachflächen wurden auch sämtliche Gauben, Schornsteine, Ziergitter sowie die Dachhaube des Nord-West-Turms samt Wetterfahne denkmalgerecht saniert (wir berichteten). Der zweite Bauabschnitt kommt jetzt mit großen Problemen daher. Wie der Verein berichtet, sind die Baupreise zwischenzeitlich offensichtlich so gestiegen, dass die vorhandenen 235.000 Euro Fördermittel nicht einmal für die Dachdeckerarbeiten reichen, von Steinmetz-, Schlosser- und Gerüstarbeiten ganz zu schweigen. Deshalb hat man die Ausschreibung aufgehoben, neu geplant und mit reduzierten Flächen neu ausgeschrieben.

Die strikte Kontrolle der Baukosten ist für den Förderverein ganz entscheidend, denn für alle finanziellen Risiken haften die Mitglieder des Vereinsvorstandes persönlich. Am 14. März sollen die neu eingegangenen Angebote bewertet werden. Am Starttermin für den zweiten Bauabschnitt Anfang April wird erst mal festgehalten, allerdings wird 2019 eine kleinere Dachfläche als ursprünglich geplant bevorzugt saniert.

Das Schloss Hummelshain gehört seit 2017 zu den Thüringer „Baudenkmalen von nationaler Bedeutung“. Trotz aller bisherigen Fördermittel ist eines der schönsten Schlösser Thüringens nach wie vor in seinem Bestand gefährdet, bedingt durch die Feuchtigkeitsschäden, den Pilzbefall und durch die schwierige Eigentumssituation. Ministerpräsident Bodo Ramelow und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff haben bei ihren Besuchen vor Ort ihre Unterstützung zugesagt. Zusagen, auf die der Förderverein weiter vertraut.

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