Denkort U-Boot-Bunker Valentin zieht die Besucher an

Bunker Valentin von der Westseite. Foto: Harald Schwörer, photein.de

Farge (aw). 2015 eröffnete man den U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge nach fünfjähriger Planungs- und Realisierungszeit als Denkort neu (wir berichteten). Die Kosten von 4,6 Millionen Euro bezahlten EU, Bund und Land. Seit der Neueröffnung freut man sich über steigende Besucherzahlen und großes Interesse im In- und Ausland. Laut Denkort-Leiter Marcus Meyer kommen die Besucher auch aus Australien, Polen oder Schweden.

Besucher erfahren auf einem speziell angelegten Fußweg auf 25 Tafeln – ergänzt durch Zitate und historische Fotos – die wichtigsten Fakten zum Bau der Werft und die Schicksale, die damit verbunden waren. Mit einem tagbaren Multimedia-Guide können Tagebuchauszüge und Interviews mit Überlebenden abgerufen werden. In diesem Jahr möchte man das Archiv und die Datenbank auf Vordermann bringen und nach Möglichkeit erweitern. Bisher hat man biografische Daten von 1.500 der insgesamt 8.000 Zwangsarbeiter zusammengetragen, die auf der Bunkerbaustelle zur Arbeit gezwungen wurden.

Tausende Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene mussten an dem Bunker arbeiten, in dem in Sektionsbauweise U-Boote des Typs XXI gebaut werden sollten. Tausende kamen dabei ums Leben. 1945 werden große Teile des fast fertig gestellten Bunkers durch amerikanische und britische Bomber zerstört. Kurze Zeit später geben die Nationalsozialisten das Projekt auf und die Alliierten beschlagnahmen den Rohbau.

Zwischen 1946 bis 1949 wurde der Bunker von der RAF und der USAF zu Tests mit speziellen Beton brechenden Bomben genutzt. 1983 errichtet man ein Mahnmal, das an die Leiden der Zwangsarbeiter erinnert. Im Oktober 1960 beschloss die Bundeswehr eine Nutzung des Bunkers als Materialdepot der Marine. 2005 erhält der Bunker Denkmalschutz. 2010 endete diese Nutzung. Seit 2012 wird das Dach des Depotteils des Bunkers für eine Photovoltaikanlage genutzt. Der U-Boot-Bunker Valentin gilt als der größte frei stehende Bunker in Deutschland und der zweitgrößte in Europa.

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