Denkmalstiftung stellt Fördermittel für Stüveschacht bereit

Stüveschacht in Osnabrück. Foto: rottenplaces Archivfoto.
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Osnabrück (dsd/aw). Das Tiefschachtgebäude, genauer der Stüveschacht der Zeche Piesberg am Rande Osnabrücks, gilt als Zeugnis der Industriekultur. Der Schacht, benannt nach dem Osnabrücker Bürgermeister Carl Bertram Stüve, liegt auf der Nordseite des Piesbergs, der zum Ibbenbürener Steinkohlerevier gehört. Ein 1,45 km langer Stollen verbindet den Stüveschacht mit dem auf der Südseite des Piesbergs befindlichen Haseschacht. Weil das dachlose Bauwerk seit vielen Jahren durch Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, sind Sanierungsarbeiten dringend notwendig. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für Instandsetzungsrbeiten 50.000 Euro zur Verfügung.

Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts ist die Förderung von Anthrazitkohle, der hochwertigsten Kohlensorte, am Piesberg durchgehend dokumentiert. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte der Bergbau am Piesberg seine Blüte, technische Neuerungen, die Anbindung an die Osnabrücker Eisenbahn und die wirtschaftlich günstige Lage machten dies möglich. 1869 wurde mit dem Haseschacht der erste Tiefbauschacht der Zeche angelegt. 1873 begann die Teufe des Stüveschachtes, die allerdings bereits drei Jahre später aufgrund von technischen Problemen mit der Wasserhaltung eingestellt wurde. Erst nach dem Verkauf der Zeche 1889 an den Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein investierte man nochmal in einen Ausbau der Anlage.

Mit der Schließung der Zeche im Jahr 1898 infolge eines fatalen Grubenunglücks, zunehmenden Wasserhaltungsproblemen und eines Streiks der Bergarbeiter war die Stüveschachtanlage dem Verfall preisgegeben. Bis auf ein Gebäude wurde schließlich die gesamte Anlage abgerissen.

Dieses einzig erhaltene Bauwerk der Anlage liegt direkt am Schacht. Es zeigt sich heute in einem ruinösen Zustand. Einst beherbergte es die Wasserhaltungsmaschine, die das in der Tiefe zufließende Grubenwasser hob. Das 19 Meter hohe ehemalige Pumpengebäude steht über quadratischem Grundriss und besitzt ein Hausteinmauerwerk aus Karbonquarzit. Farblich abgesetzt sind ein umlaufendes Gesimsband in Ziegelmauerwerk sowie Einfassungen um Fenster und Tore ebenfalls in Ziegelmauerwerk. Der Förderverein Stüveschacht e.V. bemüht sich darum, die Anlage der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

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