Denkmalstiftung fördert Burg Steinsberg in Sinsheim

Burg Steinsberg. Foto: A. Grünberger/CC BY 3.0

Sinsheim (dsd/aw). Für die Mauerwerkssanierung des Bergfrieds von Burg Steinsberg in Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 100.000 Euro zur Verfügung. Die spätstaufische Burg in Sinsheim-Weiler zählt mit ihrem imposanten Bergfried zu den bedeutendsten Burganlagen Baden-Württem­bergs. Neben der DSD beteiligen sich auch der Bund und das Landesamt für Denkmalpflege an den Restaurierungsmaßnahmen.
Burg Steinsberg erhebt sich nordöstlich von Weiler in landschaftsdominierender Höhenlage.

Von einer 1109 erwähnten Burganlage haben sich keine Reste erhalten. Der spätstaufische Bergfried und die Ringmauer der heutigen Veste wurden erst zwischen 1225 und 1250 errichtet. Nach 1356 wurde die Burg erweitert und bis 1436 entstanden der innere Zwinger, das zweite und das dritte Tor, der Palas mit Kemenate sowie die Burgkapelle. Burg Steinsberg wurde in den Bauernkriegen 1525 geschleift und bis 1556 wieder instandgesetzt. 1777 brannte sie nach einem Blitzeinschlag ab und diente anschließend als Steinbruch. 1792 schlug man den ebenerdigen Eingang in den Bergfried.

Im Zentrum der Anlage befindet sich die von einer 10 Meter hohen Ringmauer umgebene zwölfeckige Kernburg mit Bergfried, Palas, Zisterne und Wirtschaftsgebäuden. Die Wirtschaftsbauten wurden aufgrund einer fehlenden Vorburg in der Kernburg untergebracht. Sie befinden sich an der Nordseite und der Ostseite der Ringmauer. Die Kernburg umgeben drei Zwingeranlagen mit vier Toren. Der unterste Zwinger umschließt die Burg im Süden, Westen und Osten, hier ragen halbrunde Wehrtürme aus der Mauerflucht heraus. Auf der Ringmauer verlief ein Wehrgang, der teilweise noch erkennbar ist. Der Zugang zur Kernburg erfolgt über den Torturm im Südosten.

Der Palas lehnt an der Westmauer an. Er war der einzige repräsentative Wohnbau auf der Burg. Hauptaugenmerk und größtes Gebäude von Burg Steinsberg ist der Bergfried im Zentrum der Anlage. Er besitzt einen achteckigen Grundriss, vier Meter dicke Mauern und erstreckt sich über sechs Geschosse, die durch ungewöhnliche Scheingewölbe voneinander getrennt sind. Der einzigartige Bau aus Keupersandstein ist rund 30 Meter hoch und besaß seinen ursprünglichen Eingang auf 10 Meter Höhe.

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