Denkmalschutzstiftung fördert 2016 über 490 Projekte

Glienicker Brücke in Potsdam. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Bonn (aw/dsd). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat ihre Zahlen für das vergangene Jahr präsentiert. Bundesweit unterstützte die private Denkmalschutzstiftung 2016 über 490 Projekte mit mehr als 23,7 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus privaten Spenden, Erträgen der DSD-Treuhandstiftungen, Nachlässen, Geldauflagen und nicht zuletzt aus den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die DSD ist.

Über 20 Denkmäler in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg stellte die Denkmalschutzstiftung im vergangenen Jahr über 1,5 Millionen Euro für über 20 Denkmäler bereit. gehörten das Rathaus in Leutkirch, bei dem Dach, Decken und Fassade restauriert werden, oder der Alte Zoll in Geislingen an der Steige, wo die Stiftung die Restaurierung der Fachwerkfassaden förderte. Dem Karlstor in Heidelberg wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Bundesfestung in Rastatt oder der Meuschenmühle in Aldorf und der St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war der Blaue Turm in Bad Wimpfen. Das Wahrzeichen der Stadt steht im Westen auf dem höchsten Punkt der Pfalz. Er ist einer der drei Bergfriede der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstandenen ehemaligen Königspfalz.

Über 60 Denkmäler in Bayern

Im Bundesland Bayern wurden mit rund 2,7 Millionen Euro über 60 Denkmäler gefördert, darunter das historische Rathaus in Lichtenfels, bei dem das Dach repariert werden musste, oder das ehemalige Schulhaus in Windelsbach, wo die Stiftung die Sandsteinarbeiten fördern wird. Dem Bauernhaus Lampl in Bad Kohlgrub wurde ebenso Unterstützung zuteil wie dem Bubenreuther Haus in Erlangen oder der Festung Wülzburg in Weißenburg. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die evangelische Stadtpfarrkirche St. Martin in Memmingen. Der monumentale Bau mitten in der Altstadt von Memmingen wurde als Teil des überregional bedeutenden Altstadtensembles bereits in die Haager Liste eingetragen.

17 Förderverträge in Berlin

Die DSD förderte alleine in Berlin über 17 Denkmäler mit einem Volumen von über 1,7 Millionen Euro. Dazu gehören die ehemalige Schultheiss-Mälzerei in Schönefeld, bei der das Vordach der Kellerei wiederhergestellt werden musste, und das Kino International in Mitte, wo die Stiftung die Restaurierung der Relieffassaden förderte. Der ehemaligen Glaubenskirche in Lichtenberg wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Steinmeyer-Orgel in der Corpus-Christi-Kirche in Pankow oder dem Kirchhof an der Dorfkirche in Tempelhof. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war das Studentendorf Schlachtensee in Zehlendorf.

Über 60 Förderverträge in Brandenburg

Etwa 2,9 Millionen Euro stellte die Denkmalschutzstiftung für weit über 60 Denkmäler in Brandenburg zur Verfügung. Dazu gehörten etwa das Vorlaubenhaus Aue Hof in Parsteinsee-Lüdersdorf, bei dem Fassade und Innenwände zu reparieren waren, oder die Wallfahrtskirche in Pritzwalk-Alt Krüssow, wo die Stiftung die Restaurierung der Fassade und aller Fenster des Turmes förderte. Dem ehemaligen Rittergut in Steinreich-Schenkendorf wurde ebenso Unterstützung zuteil wie dem Kettenhaus in Prenzlau oder dem Kulturhaus in Plessa. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die Glienicker Brücke in Potsdam. Die Standsicherheit der Kolonnaden der weltweit bekannten Brücke – Bridge of Spies – war lange gefährdet.

Vier Förderverträge für Bremen

Im vergangenen Jahr wurden in Bremen von der DSD rund 87.000 Euro ausgeschüttet. Dazu gehören beispielsweise die Kirche Unserer Lieben Frau, der Versuch-Seenotrettungskreuzer Bremen und der Pfarrgarten Arsten. Die Liebfrauenkirche erhielt 2016 zum zweiten Mal Unterstützung durch die DSD. In diesem Jahr standen die Mittel der Stiftung für die Restaurierung der Glasfenster an der Südfassade zur Verfügung.

Hamburg erhält 10 Förderverträge

200.000 Euro wurden von der DSD alleine für das BUndesland Hamburg zur Verfügung gestellt. Davon profitierte unter anderem die Villa Mutzenbecher, bei der alle vier Fassadenseiten repariert werden müssen, oder das Harburger Schloss, wo die Stiftung die Restaurierung des historischen Gewölbekellers förderte. Der Kreuzkirche in Wandsbek wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Paul-Gerhardt-Kirche in Bahrenfeld oder der Christuskirche in Eimsbüttel. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war das Hufnerhaus in Allermöhe.

Hessen erhält bei über 20 Denkmälern Fördermittel

In Hessen stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu gehörten etwa das Künstlerhaus Busch in Groß-Steinheim, bei dem Maler-, Schreiner-, Putz- und Lehmbauarbeiten anstanden, oder die Unionskirche in Idstein, wo die Stiftung die Restaurierung der Emporenbrüstungen und der Herrenbühne förderte. Der denkmalgeschützten Jugendherberge in Bad Karlshafen wurde ebenso Unterstützung zuteil wie dem Schloss in Birstein oder dem Ensemble Herrnhaag in Büdingen. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war der Sodenia-Quellentempel im Kurpark von Bad Soden.

Mecklenburg-Vorpommern: Über 50 Förderverträge

Über 1,1 Million Euro stellte die DSD in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Darunter konnten etwa die ehemalige großherzogliche Mühle in Bützow, bei der noch Schäden des Tornados von 2015 repariert werden mussten, oder das Pfarrwitwenhaus im Ostseebad Prerow, wo die Stiftung die Restaurierung des Fachwerks sowie der Fenster und Türen förderte. St. Georgen in Wismar wurde ebenso Unterstützung zuteil wie dem Nikolaidom in Greifswald oder der Jakobikirche in Stralsund und vielen Dorfkirchen im ganzen Land profitieren. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die Jahn-Kapelle im ehemaligen Gutspark in Klein Vielen.

Über 30 Förderverträge für Niedersachsen

Etwa 1,3 Millionen Euro schüttete die DSD für Denkmäler in Niedersachsen aus. Neben der Delme-Stauanlage in Delmenhorst, eine dreifeldrige Wehranlage, die vollständig wiederhergestellt wird, oder das ehemalige Kapitänshaus in Dornum, wo die Stiftung die Restaurierung der Fassade und der Innenwände förderte. Dem denkmalgeschützten Eingangsgebäude der Hochschule in Buxtehude wurde ebenso Unterstützung zuteil profitierte auch die Glashütte am Kleinen Süntel in Bad Münder oder der Hofanlage Leiseberg in Hameln. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die 1961 eingeweihte Neue Inselkirche in Spiekeroog.

In NRW weit über 40 Förderverträge

Für weit über 40 Denkmäler in Nordrhein-Westfalen stellte die Denkmalschutzstiftung im vergangenen Jahr über 3,1 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu zählen der Schlosskomplex Harkotten in Sassenberg das Schloss Korff, dessen Ostfassade und Innenwände wiederhergestellt wurden, oder auch die Lukaskirche in Bochum, wo die Stiftung die Restaurierung des Schieferdaches förderte. Der Wallfahrtskapelle Rodentelgen in Arnsberg wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Tüschenbroicher Mühle in Wegberg oder der Zehntscheune Dringenberg in Bad Driburg. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die ehemalige Abtei- und heutige Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Medardus in Pulheim, die zwischen 1136 und etwa 1220 als dritter Kirchenbau an dieser Stelle entstand und zu den überregional bedeutenden romanischen Kirchenbauten des Rheinlandes zählt.

1 Million Euro für Rheinland-Pfalz

15 Denkmäler in Rheinland-Pfalz wurden 2016 mit einer Summe von etwa 1 Million Euro gefördert. Davon profitierte die Burgruine Hohenstein in Kaiserslautern, wo das Mauerwerk des Küchenbaus und der Kemenate gesichert werden musste, aber auch der Lennebergturm in Budenheim, wo die Stiftung die Fassadenrestaurierung förderte. Der Christuskirche in Rumbach wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Dreifaltigkeitskirche in Speyer oder der ehemaligen Friedhofskapelle St. Michael in Andernach. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die zum Weltkulturerbe zählende evangelische Stiftskirche in St. Goar. Sie zählt mit ihrer romanischen Krypta, dem spätromanischen Chor und insbesondere dem spätgotischen Langhaus zu den prominentesten Vertretern mittelalterlicher Kirchenbaukunst am Mittelrhein.

200.000 Euro für das Saarland

Fünf Denkmäler im Saarland konnten rund 200.000 Euro Fördermittel von der DSD verbuchen. Dazu gehören die Klosterkapelle in Mandelbachtal, bei der im Rahmen der Gesamtsanierung die Natursteinbauteile saniert und repariert werden mussten, und die Kapelle Canisianum in Saarlouis, wo die Stiftung im Rahmen der Dach- und Fassadensanierung die Malerarbeiten an der Fassade förderte. Der Friedenskirche in Saarbrücken wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Katharinenkapelle in Nohfelden. Ein besonderes Förderprojekt 2016 ist die Johanneskirche in Saarbrücken, das größte evangelische Kirchengebäude im Land, bei der sich die Stiftung an der Fassadenrestaurierung beteiligte.

30 Förderverträge für Sachsen

570.000 Euro stellte die DSD im vergangenen Jahr in Sachsen bereit. Profitieren konnte das Spalatinhaus in Torgau, in dem auch dank einer großen zweckgebundenen Spende zwei Bohlenwände in der sogenannten Priesterstube restauriert und ergänzt werden konnten, und die Silber-Schmelzhütte St. Georgen in Schneeberg, wo die Stiftung die Restaurierung der Blockstuben förderte. Dem Kloster St. Marienthal in Ostritz wurde ebenso Unterstützung zuteil wie dem Rittergut Niederschmölln in Schmölln-Putzkau oder der Klosterruine Zum Heiligen Kreuz in Meißen. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die Nikolaikirche in Görlitz, wo die Denkmalstiftung für die Restaurierung des Südportals Mittel zur Verfügung stellte.

Sachsen-Anhalt mit über 30 Förderverträgen

Für über 30 Denkmäler schüttete die DSD in 2016 etwa 3,2 Millionen Euro aus. Dazu gehörten etwa die Gutsanlage in Jerichow, bei dem das Dach über dem Westflügel des Herrenhauses repariert werden musste, oder Schloss Hemsendorf in Gorsdorf, wo die Stiftung die Beseitigung von Hochwasserschäden förderte. Zahlreichen Denkmalen im Sanierungsgebiet von Quedlinburg wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Holländerwindmühle in Eckartsberga oder der Burg Schlanstedt in Huy. Ein besonderes Förderprojekt ist die Johanniskirche in Werben. Sie wird seit 1997 von der treuhänderischen Gisela und Ernst Alers-Stiftung in der DSD unterstützt.

Mehr als 20 Förderverträge für Schleswig-Holstein

550.000 Euro stellte die DSD im letzten Jahr für über 20 Denkmäler in Schleswig-Holstein zur Verfügung. Zu den 2016er-Projekten gehörten etwa die St. Nikolai-Kirche in Hohenhorn, bei der eine Neueindeckung des Schieferdachs nötig geworden war, oder die Rehder-Hofanlage in Neuendorf, wo die Stiftung die Restaurierung des Reetdachs förderte. Dem adeligen Kloster in Preetz wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Alten Apotheke in Krempe oder dem Rantzau-Obelisken in Bad Segeberg. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war die St. Nikolai-Kirche in Elmshorn.

Über 30 Förderverträge in Thüringen

Die DSD stellte im letzten Jahr 600.000 Euro in Thüringen zur Verfügung. Davon profitieren konnte unter anderem das Hintere Schloss in Henfstädt, bei dem Zimmererarbeiten im Dach des Haupthauses und des Treppenturms anstanden, oder das Freisassenhaus in Nesse-Apfelstädt, wo die Stiftung die Restaurierung des Fachwerks förderte. Der Windmühle in Schlotheim wurde ebenso Unterstützung zuteil wie der Villa Kneiff in Nordhausen oder dem Brunnenhaus in Bad Langensalza. Ein besonderes Förderprojekt 2016 war das Hospitalensemble St. Andreas in Großengottern, das ein Museum zur Geschichte des Kranken- und Pflegewesens werden soll.

 

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