Denkmalgeschützte Paketposthalle soll Kulturquartier werden

München, Paketposthalle von Südsüdosten. Foto: Renardo la vulpo/CC0 1.0

Neuhausen (aw). Neulich hatte der Stadtrat über einen Antrag der Grünen abgestimmt, die ehemalige Paketposthalle (Briefsortierzentrum der Deutschen Post AG für München; Anm. d. Red.) als Kultur- und Kreativquartier für Münchens Stadtteil Neuhausen zu entwickeln. Jetzt soll ein Planungsverfahren zur Erstellung eines Masterplans für die denkmalgeschützte Halle und das Areal drumherum erstellt werden. Der Vorteile für die zukünftige Nutzung der Halle mit seiner außergewöhnlichen Architektur sind die gute Lage zur Innenstadt sowie die direkte Anbindung durch die Tram und die S-Bahn-Station Hirschgarten.

Weil im gesamten Münchner Stadtgebiet die Flächenangebote für Musiker, Künstler und Kulturschaffende immer rarer werden, sieht man hier eine große städtebauliche Chance. Positiv ist, dass sich der Eigentümer der Halle, die Büschl Unternehmensgruppe, offen für kulturelle Nutzungen zeigt. Wie die „Abendzeitung“ berichtet, könnte auf dem 8,7 Hektar großen Areal nach dem Wegzug des Briefzentrums ein vorbildliches neues urbanes Quartier mit Wohnungen, Büros, Läden und Platz für die Kreativindustrie wie Musik- und Buchmarkt, für Bildende Kunst oder die Filmwirtschaft, Design, Architektur und für Werbeagenturen entstehen.

Teilansicht des Daches des Briefsortierzentrums. Foto: AHert/CC BY-SA 3.0

Den Masterplan für das Industriedenkmal samt Areal erarbeitet das renommierte Architektenbüro Herzog und de Meuron aus Basel. Die Büschl Unternehmensgruppe hatte die Stararchitekten beauftragt, um „besonders zu wirken und zu glänzen“. Die Paketposthalle mit ihrer schwungvollen Bogenkonstruktion wurde in den Jahren 1965–1969 gebaut. Damals galt die nach Plänen der Oberpostdirektion München durch Rudolf Rosenfeld und Herbert Zettel zusammen mit Ulrich Finsterwalder und Helmut Bomhard mit einer Spannweite von 146,8 Metern und einer Länge von 124 Metern als größte freitragende Betonfertigteilhalle der Welt.

Die Halle wurde zum witterungsunabhängigen Be- und Entladen der Bahnpostwagen errichtet und verkehrstechnisch über 15 Gleise direkt an die Bahn angeschlossen.

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