Denkmal „Mindener Molkerei E.G.“ ausgezeichnet

Zum Denkmal des Monats August hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die ehemalige Mindener Molkerei an der Immanuelstraße 3 gewählt. Nach jahrelangem Leerstand begannen 2013 die Sanierungsarbeiten, die im Frühjahr 2014 abgeschlossen wurden. Das Oberbekleidungsgeschäft Dittrich hatte zuvor bereits in einem Baudenkmal am Markt drei Jahrzehnte bestanden, jetzt zog es in die ehemalige Molkerei.

Der LWL hat die ehemalige Molkerei an der Immanuelstraße in Minden als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Foto: LWL/Pankoke
Der LWL hat die ehemalige Molkerei an der Immanuelstraße in Minden als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Foto: LWL/Pankoke

Das Neo-Renaissance-Gebäude fügt sich in die benachbarte Villenbebauung ein. Fast zeitgleich wurde beispielsweise das Wohn- und Geschäftshaus Immanuelstraße 7 ebenfalls nach Plänen des Architekten Oskar Zieglers erbaut. Die nordwestliche Ecke der ehemaligen Molkerei ist durch einen vorspringenden Bauteil mit eigenem Satteldach betont. Hier befindet sich der ehemalige Haupteingang mit dem großen rechteckigen Schaufenster des Milchgeschäftes. Der Giebel ist mit Holzelementen geschmückt. Östlich grenzen die ehemaligen Büro- und Verwaltungsräume im Erdgeschoss an, in der rückwärtigen Halle fand die Milchverarbeitung (Milchannahme, Butterraum etc.) statt. An diesen Trakt baute man später unter anderem ein Maschinen- und ein Kesselhaus an. Im Obergeschoss befanden sich Wohnräume, im Kellergeschoss wurden die Molkereiprodukte gekühlt und das für die Herstellung notwendige Zubehör gespült.

„Die architektonischen Qualitäten des zweigeschossigen Putzgebäudes der Molkerei waren aber durch die Folgenutzungen als Möbelhaus, Teppichgeschäft, Ballett- und Fitness-Studio im Laufe der Jahrzehnte sowohl innen wie außen immer mehr verdeckt worden. Mit Liebe zum Detail wurde jetzt Vieles wieder freigelegt – wie zum Beispiel die preußische Kappendecke und die gusseisernen Säulen in der Milchhalle im Erdgeschoss“, freut sich LWL-Denkmalpflegerin Dr. Barbara Pankoke über die Sanierung. „Mit wenigen hochwertigen Materialien und schlichten geschmackvollen Einbauten wurde die große Halle als Verkaufsfläche auf zwei Ebenen im Erdgeschoss gestaltet.“

Foto (Kopf): Stadt Minden/D. Bommel

 

Hintergrund: Die „Mindener Molkerei E.G.“ wurde 1888 von den Gutsbesitzern der Umgebung von Minden gegründet. Unter anderem zählte der Besitzer von Gut Haddenhausen, das heute zu Minden gehört, zu den Molkereigründern, die ihre Milch wirtschaftlicher vermarkten wollten. Noch im Gründungsjahr errichtete das Bauunternehmen Schmidt & Langen das Gebäude der Molkerei-Genossenschaft nach Plänen des Mindener Architekten Oskar Ziegler (1820-1905).

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