Das „Bundesbüdchen“ bleibt beliebt

Bonn (pm/aw). Genau vor einem Jahr kehrte das Bundesbüdchen in das ehemalige Regierungs- und heutige UN-Viertel zurück. Ein Grund zum Feiern für den Förderverein historischer Verkaufspavillon e.V. am vergangenen Freitag (20.08.). Enthüllt wurden dabei im Rahmen der kleinen Festlichkeit die Erinnerungstafeln der Freunde und Förderer des Projekts und des Fördervereins, die die Rückkehr des historischen Verkaufskiosk 14 Jahre nach dem Abbau ermöglicht und finanziell unterstützt haben. Im Vordergrund der Veranstaltung standen ansonsten an diesem Tag die Erinnerungen an die Geschichte des Bundesbüdchens, seine heutige Bedeutung auf dem Weg der Demokratie und Erlebnisse in der Planungs- und Bauphase.

Am Tresen des bundesweit bekannten Verkaufspavillons am Rand des Platzes der Vereinten Nationen wurde einst Politikgeschichte geschrieben. Zur Zeit der Bonner Republik war es inoffizieller Treffpunkt führender Politiker. Spitzenpolitiker, Abgeordnete und Journalisten aus aller Welt zählten zu den Stammkunden. Das Bundesbüdchen steht aufgrund seiner Gestalt und seiner parlamentarischen Vergangenheit unter Denkmalschutz. Dass der Kiosk heute am neuen UN-Campus am Rhein steht, verdankt die Stadt insbesondere dem Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD).

Die DSD förderte bereits 2003 erste Restaurierungsmaßnahmen am Kiosk und stellte vorsorglich bereits 2013 Mittel für dessen Rücktransport zur Verfügung, nachdem der Pavillon 2006 dem Bau des World Conference Centers Bonn hatte weichen müssen. Auf diese Weise war die DSD für den damaligen Eigentümer Jürgen Rausch eine starke Stütze. Die Familie Rausch betrieb das Büdchen seit seiner Errichtung in direkter Nachbarschaft zum Bundestag 1957 bis zur Einlagerung 2006 durchgehend.

Der Bau erhebt sich eingeschossig auf längsovalem Grundriss. Über einem gekachelten Brüstungsgesims umschließt ein hohes umlaufendes Fensterband mit zum Teil konvexer Verglasung das Büdchen. Parallel dazu umläuft eine Fensterbank die Glasscheibe, die als Theke fungiert. Ein weit ausschwingendes, der Bauform folgendes Flachdach schließt den Bau. Die elegant geschwungene Architektur mit ihrer starken Durchfensterung und der leichten Bedachung vereint viele Stilmerkmale der 1950er Jahre und macht den Pavillon zu einem typischen Bau dieser Zeit. Damals erlebten Pavillonbauten in Form von Zeitungskiosken oder Erfrischungs- und Trinkhallen eine Blüte. Heute sind sie verschwunden oder im Bestand gefährdet.

Spenden für das Bundesbüdchen:
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Verwendungszweck: PR06375-01XBundesbuedchen
oder online unter: www.denkmalschutz.de/spende-bundesbuedchen