Dachsanierung der Johannisberger Klause wird weiter gefördert

Johannisberger Klause in Oestrich-Winkel. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

Oestrich-Winkel (dsd/aw). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte bereits vor zwei Jahren 100.000 Euro und in diesem Jahr weitere 50.000 Euro für die zimmermannsmäßige Instandsetzung der Dachkonstruktion und der Decken sowie für die Neueindeckung in Schiefer der Johannisberger Klause (Rheingau-Taunus-Kreis) zur Verfügung. Möglich wurde die Förderung dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die Denkmalstiftung ist. Jetzt besuchte Carla Schulte-Kalms, Ortskuratorin Wiesbaden der DSD, vor Ort gemeinsam mit Andreas Marx von Lotto Hessen, Denkmaleigentümer Paul Graf von Schönborn, um sich die weiterführenden Arbeiten zur Instandsetzung des Daches der Johannisberger Klause erläutern zu lassen.

In der Nähe des Ortes Winkel im Rheingau unterhalb des Schlosses Johannisberg inmitten von Weinbergen und einer malerischen Landschaft liegt die Johannisberger Klause. Sie wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Klause Sankt Georg des Benediktinerklosters auf dem Johannisberg gegründet. 1452 wurde die Klause aufgehoben und diente fortan als Vorratshaus des Mönchsklosters, bis sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Grafen von Schönborn überging, die daneben eine Mühle errichteten und die Anlage bis um 1900 betrieben. Danach verfiel sie.

Das heutige Ensemble der Johannisberger Klause besteht aus dem lang gestreckten, eingeschossigen Wohnhaus mit einem hohen Satteldach und einem Dachhäuschen aus dem Jahr 1620, einer Kapelle, einer Scheune und einem Kelterhaus. Umgeben wird das Anwesen von einer Bruchsteinmauer. Das Bruchsteinmauerwerk der Bauten war wohl ursprünglich verputzt. Die Fenster- und Türgewände bestehen aus Sandstein. Östlich an das Wohnhaus angebaut steht die aus einem kleinen, einstmals gewölbten Saal bestehende St. Georg-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert mit einem gleichbreiten Rechteckchor, den ein Kreuzrippengewölbe auf Konsolen überspannt. Der Altar stammt aus der Zeit um 1680.

Vandalismus und Leerstand führten zu massiven Schäden, so durch eine undichte Dachdeckung statische Schäden an der Dachkonstruktion und durch mangelhafte Wasserableitung an der Mauerkrone. Die vorgesehenen Maßnahmen dienen dazu, die Dachkonstruktion wieder umfassend instand zusetzen.

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