CONFRONTIER. Mauern 1989–2019. Fotografien von Kai Wiedenhöfer

Der Fotograf Kai Wiedenhöfer in der Ausstellung "CONFRONTIER. Mauern 1989 – 2019.", Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K. Foto: Alexander Hochhaus

Wolfsburg (pm). Den Fall der Berliner Mauer erlebte der Fotograf Kai Wiedenhöfer als Augenzeuge. Als die Medien von der Grenzöffnung berichteten, machte sich der damalige Student umgehend auf den Weg in die geteilte Stadt. Mit seiner Kamera hielt er unter anderem fest, wie am 11. November 1989 DDR-Bürger erstmals den Potsdamer Platz, während der 1920er-Jahre einer der verkehrsreichsten Plätze Europas und heute wieder eines der Zentren in Berlin, überquerten und bereits erste Segmente dieses betonierten Teils des Eisernen Vorhangs abgebaut wurden. Das Erlebte prägte ihn nachhaltig: „Der Fall der Mauer war das wichtigste und aufregendste politische Ereignis meines Lebens. Ich war direkt dabei, als Geschichte geschrieben wurde, das hat mich als junger Student tief bewegt.“

Und Mauern wurden sein Thema. Glaubten damals viele angesichts der „Wende“, Mauern als Instrument der Politik hätten ausgedient, wird man 30 Jahre später eines Besseren belehrt. „Mauern sind nicht als Anachronismus auf der Müllhalde der Geschichte gelandet. Ganz im Gegenteil – sie erlebten eine bemerkenswerte Renaissance.“ Und so sind gesicherte Grenzanlagen weltweit eines seiner bevorzugten Fotomotive. Zwei Bücher mit seinen Fotografien erschienen – „Wall“, 2007, und CONFRONTIER, 2013. Und die Bilder werden immer wieder spektakulär präsentiert, so 2013 unter dem Titel „Wall on Wall“ auf den Mauerstücken der East Side Gallery oder seit September 2019 auf den „Peace Walls“ in Belfast.

Seine Fotodokumente beweisen für Kai Wiedenhöfer, dass Grenzbarrieren keine Lösung für die politischen und wirtschaftlichen Probleme von heute bieten. „Die Berliner Mauer ist hierfür der beste Beweis – Frieden beginnt dort, wo Mauern fallen, nicht, wo sie errichtet werden. Hinter Grenzmauern gedeihen Feindbilder und Klischees ohne Bezug zur Realität. Wenn jede Kommunikation abbricht, wird die Lösung von Konflikten unmöglich. Ich möchte den Konflikt aufzeigen, der Grenzen innewohnt.“

Der Fotograf Kai Wiedenhöfer wurde 1966 in Schwenningen geboren und ist inzwischen seit vielen Jahren in Berlin zu Hause. Er studierte an der Essener Folkwangschule Fotojournalismus und lernte in Damaskus Arabisch. Für seine Arbeiten wurde Kai Wiedenhöfer mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem World Press Photo Award.

CONFRONTIER. Mauern 1989–2019. Fotografien von Kai Wiedenhöfer
Hoffmann-von-Fallersleben-Museum
Zeitraum: 22. November 2019 bis 01. März 2020
Schloss Fallersleben
Schloßplatz 6, 38442 Wolfsburg
www.wolfsburg.de/hoffmann-von-fallersleben-museum

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