Comeback für den Berliner Spreepark?

Foto: pixelio.de/Daniel Gehrtz

In den letzten Jahren waren vom ehemaligen Spreepark im Plänterwald meist negative Schlagzeilen zu lesen. Verfall, Einbrüche, Brandstiftungen, illegales Müllabladen und weitere „Geschehnisse“ sorgten für dunkle Wolken über dem einstigen Freizeitark der DDR, der zu aktiven und erfolgreichen Zeiten rund 1,7 Millionen Besucher im Jahr anzog. Nach dem Insolvenzverfahren 2001 kamen nur noch wenige Besucher offiziell in den geschlossenen Park, der Großteil davon illegal. 2014 kaufte die Stadt Berlin das Gelände zurück und stellte neue Pläne vor (wir berichteten). Nach dem Großbrand im selben Jahr wurde ein Wachschutz abgestellt, der regelmäßig Personen des Geländes verweisen musste.

Jetzt soll die landeseigene „Grün Berlin“ GmbH übernehmen und ein Konzept zur Weiter- bzw. Neunutzung vorlegen. Mit großen Projekten kennt sich die Gesellschaft aus, wurde durch die Belebung des Tempelhofer Feldes oder dem Gleisdreieck-Park bekannt. Das Konzept für den Spreepark soll Ideen enthalten, mit welcher Ausgestaltung und welchen Highlights der Park betrieben werden soll. Damit sind die Ideen für eine private Nutzung vom Tisch. Einfach jedoch wird eine neue Belebung nicht. Wie die Berliner Zeitung berichtet, steckt das Areal voller Gefahrenquellen, deren Beseitigung Millionen Euro kosten wird. Alleine in einem Wäldchen ist der Boden bis zu 2,40 Meter tief mit Arsen verseucht, ein Gift, das in Verbindung mit Sauerstoff stark toxisch ist. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen hatte Anfang des Jahres angekündigt, 10 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Infrastruktur der wachsenden Stadt (SIWA) für die Sanierung und Investitionen auf dem Gelände zur Verfügung zu stellen.

Für die Beräumung, neue Brunnen und Elektrizität usw. sollen EU-Mittel beantragt werden. Was mit dem Riesenrad geschehen soll, ist nach wie vor ungewiss. Zwar steht dieses statisch sicher, doch die Gondeln in der Verankerung und die Böden sind gefährlich angerostet. Laut Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) sollte das Rad als Wahrzeichen erhalten werden – als weit sichtbare Einladung. Jetzt muss sich die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) noch mit der „Grün Berlin“ GmbH einigen, damit Touristen das Gelände schnellstmöglich wieder begehen können. Inzwischen möchte der Verein „Kulturspreepark“ das Amphitheater im Spreepark wiederbeleben und dort Konzerte und Familientheatervorstellungen auf die Bühne bringen. Auch hier laufen die Verhandlungen mit der BIM. (aw)

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