Burg Tannenberg erhält Bronzeplakette

Nentershausen (dsd/aw). Zwischen 2007 und 2017 stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) für Restaurierungsmaßnahmen an Burg Tannenberg in Nentershausen insgesamt 140.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt Dr. Andreas Rühling vom Ortskuratorium Werratal der DSD gemeinsam mit Holger Petri von Lotto Hessen bei einem Pressetermin vor Ort am Freitag, den 8. März 2019 um 10.30 Uhr dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde des Tannenberg e.V., Marc von Baumbach, eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Burg Tannenberg gehört zu den über 210 Denkmalen, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte. Die Instandsetzung der Burganlage durch den hochmotivierten Verein erfolgt mit großem Engagement und erheblichen Eigenleistungen in hoher denkmalpflegerischer Qualität.

Um 1349 erbaute Ludwig von Baumbach im Hinterland von Kassel unmittelbar an der thüringischen Grenze auf einer Bergnase südlich des Dorfes Nentershausen auf langrechteckigem Grundriss mit schmalem Innenhof eine Burg. Die Anlage sicherten Halsgraben, Ringmauer und ein Flankenturm, den Zugang ermöglichte ein Portal mit Zuggatter auf der Westseite, dessen Steinklammern noch erhalten sind. An der Südostseite des Hofes erhebt sich seit dem 14. Jahrhundert ein heute viergeschossiger Wohnturm. An der Ostseite ist ein Kapellenerker erhalten.

Unter der Ruine eines Gebäudes mit einem Portal aus dem Jahr 1543 befindet sich ein Keller mit Gratgewölben auf einer Mittelsäule. Neben der Ruine ist ein Bau von 1690 mit einer Fachwerkfront erhalten. Um 1700 ging die Burg in den Besitz der Landgrafen von Hessen über. Später verfiel sie. 1903 kaufte ein Baumbach’scher Familienverband die Stammburg zurück und überließ sie 1984 dem Verein der Freunde des Tannenberg zur Nutzung und zum Erhalt.

Die Burg diente dem Schutz der Via regia, insbesondere mit Blick auf die Erfurter Kaufmannschaft. Unter den Gebäuden auf dem Gelände der Burganlage befindet sich nämlich der sogenannte Erbenstein. Die wehrhafte zweigeschossige, im Kern mittelalterliche Schutzscheune außerhalb der Burg mit einst vier Toren und zwei Kellergeschossen nutzten reisende Erfurter Händlern auf ihren Handelsreisen als Schutzposten. Es gab Verträge zwischen den Händlern und den Burgbesitzern über diesen Schutzposten, demnach die Erfurter Geld zur Instandhaltung des Erbensteins aufbringen mussten.

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