Bundesfestung in Rastatt erhält Bronzeplakette

Eindrücke von der Bundesfestung in Rastatt. Foto: R. Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Rastatt (dsd/aw). Für die Mauerwerkssanierung der Leopoldsfeste Cavalier 1 der Bundesfestung in Rastatt stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor zwei Jahren dank der Lotterie GlücksSpirale 65.000 Euro zur Verfügung. Nun besuchten Gisela Lasartzyk (Ortskuratorin Stuttgart der DSD), und Dorothee Lang-Mandel (Lotto Baden-Württemberg) vor Ort Thomas Weiß von der Wohnpark Weisenburger GmbH, um eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ für die Bundesfestung zu überbringen. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der Denkmalstiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Die Bundesfestung, deren Anlagen die badische Stadt Rastatt umschlossen, wurde von 1842 bis 1852 als eines der wenigen Bauprojekte, die der Deutsche Bund zu Ende führen konnte, von dem Festungsbaudirektor Georg Eberle erbaut. Eberle konstruierte die Festung in der damals in Europa vorherrschenden neupreußischen Befestigungsmanier, die dem Vaubanschen System folgte, sich also dem natürlichen Geländeverlauf anpasste. Die Festung bestand aus drei eigenständig zu verteidigenden Teilen, die Fort A Leopoldsfeste, Fort B Ludwigsfeste und Fort C Friedrichsfeste hießen. Die Befestigung sollte im Kriegsfall bis zu 30.000 Mann aufnehmen können.

Eine politische und militärische Bedeutung erlangte die Bundesfestung Rastatt 1849 im Verlauf der Badischen Revolution, als das badische Militär der Festungsgarnison meuterte und sich gemeinsam mit der Bürgerwehr der demokratisch gewählten Regierung unterstellte. Unter der Führung Preußens wurde der Aufstand mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. 1890 wurde die Festung aufgegeben, nachdem sie ihre Grenzlage und damit ihre Bedeutung verloren hatte. 1892 verkaufte man die Anlagen zum Abbruch an die Stadt.

Das ehemalige Festungsbauwerk Cavalier I – Cavalier bedeutet oberirdischer Hauptbau – ist Bestandteil des besonders stark befestigten Abschnitts der Leopoldsfeste. Während sich die umfangreichen unterirdischen Anlagen in einem zufriedenstellenden Zustand befinden, waren die oberirdischen Bereiche teilweise einsturzgefährdet.

Die Leopoldsfeste ist die am besten erhaltene Bastion der ehemaligen Bundesfestung Rastatt. Der etwa 1849 errichtete Cavalier I ist noch weitgehend erhalten und das letzte Bauwerk seiner Art. Er symbolisiert zum einen das nationalstaatliche Bestreben des Deutschen Bundes im frühen 19. Jahrhundert, zum anderen ist er ein Erinnerungsort der Revolution 1848/1849 und somit ein Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung.

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