Bund fördert Sanierung der Magdeburger Hyparschale

Hyparschale in Magdeburg. Foto: André Winternitz
Hyparschale in Magdeburg. Foto: André Winternitz

Magdeburg (aw). Die Sanierung der Magdeburger Hyparschale ist als Premium-Projekt vom Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat ausgewählt worden. Damit verbunden ist eine Förderzusage in Höhe von fünf Millionen Euro, die der Leiter des Kommunalen Gebäudemanagements (KGm), Heinz Ulrich, heute in Berlin entgegennahm. Insgesamt unterstützt der Bund im kommenden Jahr national bedeutsame Städtebauprojekte mit 75 Millionen Euro. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper ist stolz auf den Gewinn des Titels „Premium-Projekt“: „Damit würdigt auch der Bund die Bemühungen der Landeshauptstadt, dieses bedeutende Bauwerk der Nachkriegsmoderne zu erhalten und zu einem neuen Anziehungspunkt für unseren Stadtpark Rotehorn und für ganz Magdeburg werden zu lassen.“

In der Antragstellung betonte das für die Sanierung federführende KGm, dass die Hyparschale heute einen maßgeblichen Identifikationspunkt bei der Reaktivierung und Neugestaltung des Rotehornparks darstellt und ein unverzichtbarer Baustein für die wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Nutzung des Rothehornparks ist. Der Bau fügt sich am östlichen Elbufer in eine „Perlenkette“ des Neuen Bauens zwischen Stadthalle (1927) und MDR-Landesfunkhaus (1998), vis-a-vis dem Magdeburger Dom westlich der Elbe. Mit der Instandsetzung und Modernisierung soll dieser stadtbildprägende Bereich optisch und funktional wiederbelebt und aufgewertet werden.

Die Hyparschale ist aufgrund ihres Alters und des langjährigen Leerstandes akut einsturzgefährdet. Deshalb sichert das KGm die Gebäudemitte seit 2016 mittels eines Stützturmes. Im Zuge der Modernisierung wird die Gebäudehülle denkmalgerecht saniert und die Hyparschale zu einem zeitgemäßen Mehrzwecksaal ausgebaut. Dort können dann u. a. Ausstellungen, Kongresse und Veranstaltungen für 200 bis 500 Personen stattfinden. Die Räumlichkeiten werden durch einen variablen, zweigeschossigen Kubus flexibel gestaltbar.

Der Baustart erfolgt noch in diesem Jahr. Derzeit laufen noch die europaweiten Ausschreibungen. Im 1. Bauabschnitt, der mit 4,16 Millionen Euro veranschlagt ist, sollen zunächst die Dachschalen saniert werden. Im Anschluss daran würden Fassaden- und Rohbau folgen. Der Innenausbau mit Haustechnik sowie die Gestaltung der Außenflächen sollen 2022 beendet sein. Für den 2. Bauabschnitt rechnet die Stadtverwaltung mit 12,74 Millionen Euro. Die fünf Millionen Euro vom Bund fließen in die Finanzierung dieses 2. Bauabschnitts.

Hyparschale Magdeburg

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hatte in der Stadtratssitzung am 8. Juni 2017 verkündet, dass die Landeshauptstadt selbst die Hyparschale sanieren wird. Damit endete die Suche nach einem Investor für das bedeutende Gebäude im Stadtpark Rotehorn. Die Hyparschale steht seit mehr als 20 Jahren leer.

Sie wurde 1969 als Messe- und Ausstellungszentrum für Magdeburg nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtet. Die baukonstruktive Besonderheit besteht darin, dass die Dachkonstruktion aus vier zusammengesetzten hyperbolischen Paraboloiden besteht, welche eine Grundrissfläche von 48 x 48 m überspannen. Seit 1990 steht die Hyparschale unter Denkmalschutz. Sie gilt als architektonische Meisterleistung und ist ein kulturelles Wahrzeichen im Stadtbild.

Die Magdeburger Version ist die größte noch erhaltene Hyparschale, die das Bauunternehmen des Schalenbaumeisters Ulrich Müther errichtet hat. Auch nach fast 50 Jahren ist dieses Solitärbauwerk ein beeindruckendes und erhaltenswertes Beispiel für die Kunst des leichten Bauens.

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