Bronzetafel für die Pulverfabrik

Die Pulvermühle, die Vorläufer der Rottweiler Fabrik wurde, übernahm Max Duttenhofer 1863 von seinem Vater. Mit der Erfindung des rauchfreien Pulvers zwanzig Jahre später gelang Duttenhofer der internationale Durchbruch. Die Pulverfabrik wurde eine der größten privaten Rüstungsbetriebe im Deutschen Reich. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erlangte die Fabrik in der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten erhaltenen Gebäude. Die „Industrieidylle mit Fluss, Brücke, Platz, Repräsentationsarchitektur und Duttenhofer-Denkmal“, so die Kunsthistorikerin Kerstin Renz, wurde zum Teil in anspruchsvoller Architektur von bedeutenden Architekten geschaffen, unter ihnen Paul Bonatz, Albert Staiger oder Heinrich Henes.

Die in die Denkmalliste eingetragene Sachgesamtheit umfasst 40 Objekte. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte der neue Eigentümer die Produktion auf Kunstfaser um, bis die Anlage 1994 geschlossen wurde. Inzwischen wurde hier ein ambitioniertes Modell eines Industriepfades eingerichtet, das als touristischer Anziehungspunkt dient, aber auch der Arealvermarktung zur gewerblichen Nutzung zugute kommt.

Die Spulerei der Rottweiler Pulverfabriken wurde 1938 errichtet, sie diente der Herstellung von Fallschirmseide für die Rüstungsindustrie. Das langgestreckte Fabrikgebäude mit flachem Walmdach zieht sich südlich entlang des Neckartals. Es ist zur Straße hin zweigeschossig, an der Rückseite dreigeschossig. Zwischen den sieben Pilastern aus verputztem Ziegelmauerwerk betonen große Fenster mit Sprosseneinteilung die Fassaden. Die zwei Treppenhäuser an den Stirnseiten erschließen das Obergeschoss, das aus einem stützenfreien Saal besteht. Das Dachtragwerk ist aus Holz gefertigt. Die DSD unterstützte insbesondere die Fensterrestaurierung.

Für die Außensanierung der ehemaligen Spulerei stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr 60.000 Euro zur Verfügung. Jetzt wurde zur Erinnerung an die beispielhafte Restaurierung eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ an Hermann Klos von der Grundstücksverwaltung Neckartal 159 GbR übergeben. Damit wird auch nach den Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Harry Linge

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