Bronze für Gießhaus des Messinghofs

Kassel (dsd/aw). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte 2016 die Restaurierung der Fassade des Gießhauses auf dem Messinghof in Kassel-Bettenhausen dank der Lotterie GlücksSpirale mit 60.000 Euro. Nun erreichte Denkmaleigentümer Frank Florian Glinicke eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Trotz ihrer Unvollständigkeit stellt die schlossartige Anlage eine der ältesten erhaltenen Produktionsanlagen in Hessen dar und ist ein wichtiges Zeugnis der metallverarbeitenden Industrie der Stadt. So entstand hier zwischen 1713 und 1717 die Herkulesstatue für den Schlosspark Wilhelmshöhe.

Im Schmelz- oder Gießhaus befanden sich 1730 zwei Messingöfen und Gießsteine für die Messingplattenherstellung. In diesen Räumen steht heute nur noch eine backsteinerne gemauerte Esse aus dem Jahr 1679. Diese Esse gehört zu den ältesten Produktionsanlagen in Hessen. Der durch die Gebäude gebildete Hof wurde an den Schmalseiten durch hohe Bruchsteinmauern mit bogenförmigen Portalen begrenzt. Das stadtseitige Tor bekrönt ein Dreiecksgiebel mit einer Wappenkartusche des Erbauers.

Die gesamte barocke schlossähnliche Anlage bestand aus zwei parallelen, langgestreckten Bauten. Die zweistöckigen, ursprünglich verputzten Bruchsteingebäude schließen hohe Satteldächer. Die Stirnseiten schließen mit dreigeschossigen Schweifgiebeln ab, während natursteinerne Zwillingsfenster die horizontalen Gesimse gliedern. Trotz Bombentreffer 1943 blieb der nördliche Flügel mit der Gießerei und dem Verwaltungsteil erhalten. Das verputzte Dachhaus schmückt eine Reliefdarstellung aus dem 19. Jahrhundert, die in die alte Dachkonstruktion integriert wurde. Den Messinghof ließ Landgraf Carl von Hessen 1679/1680 zur Verarbeitung der heimischen Kupfererze errichten.

In der landesherrlichen Gießerei mit Hammerwerk wurde Kupfer zu Messing- und Kupferwaren wie Kessel, Schalen, Glocken und Draht verarbeitet. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage teilweise verändert und durch ein Walzwerk ergänzt. Der Betrieb wurde 1869 privatisiert und an drei neue Eigentümer verkauft, die die Metallproduktion fortsetzten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Eigentümer enteignet. Nach 1949 betrieb das Hessische Metallwerk Ilmfeld und Co. die Anlage, bis der Betrieb 1975 stillgelegt wurde.

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