Bronze für die Villa Micka

Saarbrücken (dsd/aw). In diesen Tagen erreicht die Denkmaleigentümer Heike Przybyl und Mark Duance eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen an vorbildlichen Objekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligte sich im vergangenen Jahr mit 50.000 Euro an der Erneuerung des Schieferdaches.

Für die Villa Micka wurde der Bauantrag am 26. April 1904 gestellt, gebaut wurde ab 1906, Bauherr war der Maurermeister und Unternehmer Heinrich Micka. Das Gebäude wurde 1912 fertiggestellt. Die prächtige Jugendstilvilla erhebt sich in drei Geschossen über einem verwinkelten Grundriss und schließt mit einem aufwändigen Schieferdach ab. Die Hauptfassade besitzt einen Eckerker mit spitzem Turm und einen Risalit mit geschweiftem Giebel. Die reich gegliederte Fassade kennzeichnet das Zusammenspiel von hellem Kämmputz und rötlichen Sandsteineinfassungen sowie umfangreichen ornamentalen und figürlichen Bauschmuck, darunter Porträts des Erbauers, des Steinmetzen und des Bildhauers neben Darstellungen der Vier Jahreszeiten, eines Bienenkorbs als Sinnbild des Fleißes oder eines Hundes und sich schüttelnder Hände als Sinnbild der Treue. Die Zugänge zum Keller- und Hauptgeschoss flankieren säulengetragene Portiken.

Im Inneren ist die bauzeitliche Ausstattung zum Teil noch erhalten, besonders im Piano nobile haben sich Türen, Boden- und Wandbeläge, Deckendekorationen und das hölzerne Treppenhaus mit seinem großen Bleiglasfenster erhalten, ebenso Kachelöfen und ein Badezimmer mit Jugendstilfliesen. Der Villa Micka vorgelagert befinden sich zur Straße hin drei Nebengebäude. Auch der Garten war in die ursprüngliche Gesamtgestaltung einbezogen und ist teilweise noch erhalten.

Als die neuen Eigentümer die Villa erwarben, war sie in einem sehr schlechten Zustand. Nur dem Idealismus der jungen Eigentümer ist es zu verdanken, dass das malerische Kleinod des Jugendstils erhalten werden konnte. So blieben die Fenster, die historischen Heizkörper und wesentliche Teile der bauzeitlichen Ausstattung erhalten, in weiteren Räumen die ursprüngliche Lamperie und der Boden.

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