Bodenaustausch auf Zeche Massen 3/4 hat begonnen

Der Bohrer holt Boden aus der Baugrube und lädt sie in den Bagger. Foto: Max Rolke/Kreis Unna

Unna (ku/aw). Mitte Mai begannen im Auftrag des AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung in Abstimmung mit dem Kreis Unna die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei Massen 3/4 in Unna. Zunächst wurde auf dem Gelände vor einer Betriebshalle eine Baugrube von rund 1.000 Quadratmeter Grundfläche und bis etwa 2,5 Meter Tiefe ausgehoben. In dieser Baugrube findet der tiefe Bodenaustausch durch das sogenannte Großlochbohrverfahren statt.

Anfang Juli wurde das Großlochbohrgerät angeliefert und aufgebaut. Inzwischen haben die Bohrungen auf dem Areal begonnen. Das Gerät bohrt in der Baugrube bis in eine Tiefe von vier bis sieben Metern den kontaminierten Boden aus. Der Bohrdurchmesser beträgt zwei Meter, insgesamt werden leicht überschnitten rund 300 Bohrungen durchgeführt. Der Boden aus diesen Bohrungen wird auf Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht und fachgerecht entsorgt. Die Bohrlöcher werden direkt nach der Ausbohrung wieder mit sauberem Boden verfüllt. Mit dem Ende der Baumaßnahme wird – sofern nichts Unvorhergesehenes passiert – im Oktober gerechnet.

Mit der Sanierung dieser Schadstoffquelle wird erreicht, dass aus diesem Bereich keine weiteren PAK-Kontaminationen mehr das Grundwasser belasten können.

Regelungen zum Arbeits- und Anliegerschutz

Während der Großlochbohrungen kann es beim Bodenaustausch zu Geruchsbelästigungen kommen. Deshalb wird die Baumaßnahme durch einen Fachgutachter ständig messtechnisch überwacht. Der ausgehobene Boden wird auf einer speziell hergestellten Fläche bis zum Abtransport und zur Entsorgung zwischengelagert. Zur Verhinderung von Staubbildung wird der Boden während der Arbeiten befeuchtet.

In einer zweiten, noch zu planenden und auszuschreibenden Phase wird der kontaminierte Boden aus dem Bereich der Betriebshalle, dem Gehweg und einem Abschnitt der Dortmunder Straße gegen sauberen Boden ausgetauscht. Das Vorgehen ist ähnlich wie in Phase I. Mit dem Start der Phase II kann

Rund um den Bodenaustausch

Bei dem Projekt handelt es sich um den Betriebsstandort der ehemaligem Zeche und Kokerei Massen 3/4, die von 1912 bis 1926 betrieben wurde. Nachdem der Betrieb eingestellt worden war, wurde die Kokerei abgerissen. Durch den langjährigen Produktionszeitraum kam es zu erheblichen Kontaminationen insbesondere des Bodens und des Grundwassers mit kokereispezifischen Schadstoffen.

Bei der Sanierungsuntersuchung auf dem Nordteil des Areals wurde ein ehemaliger Klärteich als Hauptursache für die im Abstrom des Geländes nachgewiesene Grundwasserbelastung mit PAK erkannt. Im Bereich des Klärteichs wurden Teeröle vorgefunden, die sich auch auf benachbarte Grundstücke ausgebreitet haben. Im Abstrom dieses Klärteichs wurden auch im Grundwasser kokereispezifische Schadstoffe nachgewiesen. Die Verunreinigungsfahne kann bis zum Pumpwerk an der Wasserkurler Straße weiterverfolgt werden.

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