Bewegung in Chemnitzer Ruinen-Landschaft

Chemnitz (aw). Eigens zu dem Zweck, Investoren und Eigentümer leerstehender Gebäude zusammenzubringen, wurde 2012 die städtische Agentur „Stadtwohnen Chemnitz“ gegründet. Bisher kann diese auf die ersten Erfolge zurückblicken. Wie Baubürgermeister Michael Stötzer (parteilos) berichtet, führten bei 22 Objekten die Vermittlungen zum Verkauf. Bei sieben Objekten laufen die Planungen für eine Sanierung, fünf Objekte befinden sich in Sanierung und bei weiteren fünf Objekten laufen die Sicherungsarbeiten. Die Stadt Chemnitz hat im letzten Jahr rund 130.000 Euro für Sicherungsmaßnahmen an den teilweise mehr als zwanzig Jahren verfallenden Gebäuden durchgeführt.

Zwei besondere Objekte sind immer wieder im Gespräch und im Fokus der Medien: Die imposanten Industrieruinen „Textima“ in der Limbacher Straße und der ehemalige Betrieb „VEB Fahrzeugelektrik“ auf dem Sonnenberg. Erste Ruine will die Stadt im Herbst zwangsversteigern und anschließend mit Fördermitteln abbrechen lassen (wir berichteten). Für die „Fahrzeugelektrik“ steht ein Investor bereit. Dieser möchte dort Eigenheime errichten. Wie Stötzer in einer Informationsvorlage mitteilt, ist für 80 Prozent der Substanz eine Abbruchgenhemigung erteilt worden. Einige Klinkerbauten und der Treppenturm sollen jedoch erhalten werden.

14 Kulturdenkmäler stehen aktuell auf der „roten Liste“. Während die einen wie berichtet gerettet werden sollen, droht den anderen der Abbruch. Darüber diskutiert man in der Stadt seit langer Zeit. Ob und wie man im Detail nun vorgehen wird und welche exakten Vorhaben auch wirklich umgesetzt werden, zeigt die Zeit. Zeit ist jedoch ein Fremdwort, wenn es um die Bewilligung von Fördergeldern geht.