Besondere Industriekulturorte in Brandenburg laden ein

Besucherbergwerk F60. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Senftenberg (aw). Der kommende Sommer hat es in sich, vor allem im Bundesland Brandenburg. Wie der Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V. – Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg mitteilt, stehen gleich mehrere sehenswerte Industriedenkmal-Tage auf der Agenda. Zugtaufe, Oldtimertreffen, Bergmannsparade und Sonderausstellungen: Brandenburgs Industriekulturstätten locken in den kommenden Wochen und Monaten mit vielfältigen Erlebnissen zum Besuch. Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg stellt die spannendsten Angebote vor.

Ein bisschen wie Indiana Jones können sich kleine und große Besucher im Landkreis Elbe-Elster in diesem Sommer fühlen. Mit Karte und Kompass geht es auf die Suche nach verborgenen Schätzen. Doch nicht sagenumwobene Artefakte sind das Ziel, sondern besonders spannende Orte der Kulturgeschichte. Dazu gehören neben Schlössern, Gärten und Parks auch Stätten der Industriekultur wie das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld oder das Kunstgussmuseum Lauchhammer.

Der „Kulturschatzsucher“ lädt unter dem Motto „heute gemeinsam das Gestern entdecken“ zu einer Entdeckungsreise durch die Region ein. Mit einem Starter-Kit, das einen liebevoll illustrierten Lageplan und die ersten vier Sammelkarten enthält, geht es los. Das Starter-Kit ist bei zahlreichen Sehenswürdigkeiten und den Touristinfos in der Region sowie unter kulturschatzsucher.de kostenfrei erhältlich.

Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise

Auch zum Technischen Denkmal Brikettfabrik Louise in Domsdorf führt das Kulturschatzsucher-Spiel. Es ist ein Juwel unter deutschen Industriekulturstätten: ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst anno 1882. Ohne das Engagement des Freundeskreises Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise e.V., wäre „die alte Dame“, wie das Werk liebevoll genannt wird, nicht in der hervorragenden Verfassung, in der sie sich heute präsentiert. Darum ist der 25. Geburtstag des Vereins nicht nur für seine Mitglieder, sondern auch für alle Industriekulturinteressierten ein Grund zum Feiern.

Das geschieht am 6. Juli mit Bergmannsaufzug und Musik vom Bergarbeiterorchester Plessa. Am Sonntag, dem 7. Juli folgt der Tag des Bergmanns mit Grubenbahnfahrten, Echtdampfbetrieb der historischen Maschinen sowie einem vergnüglichen Programm für die ganze Familie.

Parallel findet am 7. Juli auf dem Areal die 10. Erneuerbare-Energiespar-Messe Elbe-Elster mit Ausstellern und Infoständen zu den Themen erneuerbare Energie und Elektromobilität statt. Hier können u.a. verschiedene Elektrofahrzeuge – vom E-Bike über das E-Motorrad bis zum Elektroauto – besichtigt und Probe gefahren werden.

Museumsdorf Baruther Glashütte

Die Baruther Glashütte, mitten im Grünen, auf halber Strecke zwischen Berlin und Cottbus gelegen, gilt als schönster Glasmacherort Europas. Seit 300 Jahren ist die Kunst des Glasmachens hier zuhause. Heute ist Glashütte ein romantisches Museumsdorf. 20 verschiedene Kunsthandwerker betreiben kleine Ateliers. Auch gemütliche Cafés, Gasthof und Weinsalon finden sich in dem historischen Ensemble.

Im „Hüttenbahnhof“ werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt – aktuell und noch bis 11. Juli die Kunstausstellung „Mongolien“ mit Malerei und Glasarbeiten des Künstlers Karsten Wittke. Ab 11. August widmet sich an gleicher Stelle die Ausstellung „Reinhold Burger und Kollegen. Glasinstrumentenmacher als Pioniere des Fortschritts“ einem der berühmtesten Söhne des Ortes. Reinhold Burger (1866-1954) ging als Erfinder der Thermosflasche in die Geschichte ein. Die Ausstellung skizziert Leben und Wirken des genialen Entwicklers im Kontext seiner Zeit und würdigt auch die Leistung weiterer bedeutender Glasinstrumentenmacher.

Schwartzkopff-Siedlung mit Werksgelände in Wildau

Die denkmalgeschützte Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligem Werksgelände in Wildau bei Berlin ist ein beliebtes Studienobjekt für Architektur- und Industriekulturinteressierte. Mit der durchdachten und großzügigen Siedlung für ihre Arbeiter setzte die Berliner Maschinenbau AG Anfang des 20. Jahrhunderts Maßstäbe. Komfortabel wie in der Großstadt aber gesund wie auf dem Lande sollte das Leben in Wildau werden.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts sind sich Wildau und Berlin nähergekommen. Schon 1951 wurde der Ort an das S-Bahn-Netz der Metropole angeschlossen. Diese Verbundenheit wird nun durch die Taufe eines S-Bahn-Zuges auf den Namen „Wildau“ gewürdigt. Der öffentliche Festakt findet am 25. Mai, 11 Uhr, auf dem S-Bahnhof Wildau, der genau zwischen Schwartzkopff-Siedlung und Werksgelände liegt, statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein, und anschließend mit dem Zug auf Jungfernfahrt zu gehen.

Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge

Fiel im 20. Jahrhundert der Name „Wittenberge“, hatte das zumeist mit Nähmaschinen zu tun. Das hiesige Singer-Werk und der nachfolgende VEB versorgten ganz Deutschland mit den gefragten Haushaltsgeräten. Mit Dauerausstellung und einer einmaligen Nähmaschinensammlung erzählt das Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge aus dieser Ära.

Hinzu kommt in diesem Sommer eine Sonderausstellung, welche die historische Bedeutung des Hutes und die Vielfalt der Kopfbedeckungen im gesellschaftlichen Leben von der Antike bis in die Gegenwart erklärt. „Glockenhut, Schiebermütze, Filzkappe & Co. – Kopfbedeckungen im Spiegel der historischen Alltagsfotografie“ lautet der Titel der Schau, die das Stadtmuseum von 19. Mai bis 1. September 2019 zeigt. Der Fokus liegt auf der Zeit von 1860 bis 1970. Zwei Kulturwissenschaftler haben die Ausstellung gemeinsam mit dem Archiv für historische Alltagsfotografie Kleinmachnow geschaffen. ?

Nähere Informationen zu den Industriekulturorten
www.f60.de
www.kunstgussmuseum-lauchhammer.de
www.brikettfabrik-louise.de
www.museum-glashuette.de
www.wildau.de
www.wittenberge.de

Weitere Informationen über die schönsten Industriekulturstätten in Brandenburg unter www.industriekultur-brandenburg.de

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