Berliner Luft- und Badeparadies (Blub)

Berliner Luft- und Badeparadies (Blub). Foto: rottenplaces Archivfoto.

Das Bade- und Freizeitzentrum Berliner Luft- und Badeparadies (kurz: Blub) war ein Freizeitbad in Berlin-Britz. Das Bad war eine Erholungseinrichtung von überregionaler Bedeutung. Am 14. Februar 1985 wurde in Britz das „Blub Badeparadies“ von Harald Frisch (Geschäftsführer des Bades) eröffnet. Die Baukosten des Blubs betrugen 44 Millionen Mark von denen das Land Berlin neun Millionen Mark als zinslosen Kredit beistellte. Nach der Eröffnung wurde das Blub Trikotsponsor für die Saison 1985/1986 des Berliner Traditionsverein Hertha BSC. Seit seiner Eröffnung hatte das Blub, das mit Sprüchen wie „Berlin blubst vor Vergnügen“ warb, etwa sieben Mio. Besucher und war täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Anfangs waren es 600.000 pro Jahr, 2001 nur noch 330.000.

Unter drei Kuppeln in Holzfachwerkkonstruktion erstreckte sich eine Strand- und Badelandschaft mit Bruchstein aus den Karpaten, Findlingen aus der Schorfheide und vielerlei natürlicher Bepflanzung, die Lufttemperatur wurde bei 29 Grad gehalten, die Wassertemperatur lag zwischen 29 und 36 Grad. Mit Außenanlagen und Parkplatz umfasste das Bad eine Fläche von 35.000 Quadratmetern. An der Promenade befanden sich eine Bar, die auch Nicht-Badegästen zugänglich war, Boutiquen und ein Bikini-Restaurant, ebenso wie Liegestühle. Es gab ein Fitnessstudio, das auch Aerobic inner- und außerhalb des Wassers (Aquafitness) angeboten hat. Der große Saunagarten war mit sechs verschiedenen Sauna-Typen ausgestattet und mit Palmen, Orchideen und Kakteen bepflanzt. Besondere Attraktionen waren der Wildwasserkanal, die Wasserrutschen und der Wasserspielplatz.

Freitags, sonnabends und sonntags fand jeweils um 18, 20 und 21:30 Uhr beim Wellenbad neben einer Art von Disko-Schwimmen auch eine Lasershow statt. Es gab im Blub erhebliche Gewaltprobleme mit Jugendgangs, die die Schwimmbecken als ihr Territorium betrachteten. Dagegen wurden drei Sicherheitsfachkräfte eingestellt, die hier gegen aber nichts ausrichten konnten. Dies und der zunehmende bauliche Verfall schreckten vor allem Familien ab.

Im Dezember 2002 wurde das Blub vom Gesundheitsamt wegen akuten Rattenbefalls, Vogeldreck und der seuchenhygienischen Zustände geschlossen. Gesundheitsstadtrat Michael Freiberg hatte nach Beschwerden von Besuchern Kontrolleure in das Britzer Bad geschickt. Der Rattenbefall soll vom nahe liegenden Teltowkanal auf das Gelände gekommen sein. Der Kanal vom Außen- ins Innenbecken wurde ab dann abends zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesperrt. Schon 2002 gab es einige Bereiche, die vom Gesundheitsamt geschlossen wurden. Aus diesen Gründen wurde 2003 Insolvenz angemeldet, danach suchte Harald Frisch einen Investor.

In der Berliner Morgenpost vom 25. Juli 2004 wurde das Blub auf Platz 67. der „100 Besten, die uncoolsten Orte der Stadt“ gewählt. Am 1. Februar 2005 schloss das Blub.

Nach der Schließung blieb nur der Saunabereich unter dem Namen „Al Andalus“ erhalten. Dieser wurde dann am 30. April 2012 ebenfalls geschlossen und sollte an anderer Stelle neu eröffnet werden. Der Projektentwickler Tobias Willmeroth kaufte 2009 das Blub vom Berliner Liegenschaftsfonds. 2011 sollte ein „Ferienresort für Familien“ eröffnet werden, dies ist jedoch bis heute nicht erfolgt, nach Aussage der Willmeroth Projektentwicklungsgesellschaft mbH habe man zwei Jahre daran gearbeitet die Voraussetzung für das Baurecht auf dem Areal zu schaffen. An der ursprünglichen Idee eines innerstädtischen Familien-Ferienresorts mit Freizeit-, Sport- und Entertainmentangeboten halten Tobias Willmeroth und der neue deutsche Betreiber fest. 35 Millionen Euro sollen in den Umbau Investiert werden, um das einstige Blub für die neue Zielgruppe herzurichten.

Aktuell soll das Gebiet des stillgelegten Spaßbades mit Wohnungen bebaut werden. Dazu wurde am 22. Mai 2012 von der HGroup beim Stadtplanungsamt des Bezirks Neukölln die Konzeptstudie BLUB vorgestellt. Auf dem Gelände des Blubs sollen ca. 400 – 500 Eigentums- und Mietwohnungen geschaffen werden. Als Zielgruppe werden Familien unterschiedlicher Altersgruppen mit 1-2 Kindern in einem Wohnungsmix von 60 m² bis ca. 100 m² gesehen.

Am 4. Juli 2013 wurden mehrere Einsatzfahrzeuge der Berliner Feuerwehr kurz nach 19.00 Uhr in das Blub gerufen. Es brannten Müll und Unrat im einstigen Zusatzgebäude, das die Rutschbahn „Crazy River“ beherbergte. Die Berliner Feuerwehr stellte fest, daß die Wasserversorgung durch Hydranten auf dem Gelände nicht mehr gewährleistet sei.

Quelle: Wikipedia, Berliner Zeitung

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Dokument erstellt am 17.10.2014
Letzte Änderung am 17.10.2014

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