Baugenehmigungen: Pioneer-Entwicklung nimmt weiter Fahrt auf

Pioneer Park: Die Bagger sind derzeit im Dauereinsatz. Foto: Stadt Hanau

Hanau (pm/aw). Die Entwicklung der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Hanauer Stadtteil Wolfgang schreitet mit großen Schritten voran. Bis zu 200 Lkw sind momentan täglich auf der Baustelle unterwegs, um Material anzuliefern oder abzufahren. An den ersten Gebäuden haben die Hochbauarbeiten begonnen. Und der Vertrieb für Wohnungen, Grundstücke und Bauflächen läuft auf Hochtouren. „Landauf, landab ist die Forderung zu hören, dass wir mehr Wohnraum schaffen sollten. In Hanau gilt das nicht im Konjunktiv – wir machen es“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky in der letzten Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses. Im Pioneer Park Hanau sollen in den nächsten Jahren rund 1.600 Wohneinheiten entstehen.

Die ersten neuen Bewohner sollen nach den derzeitigen Planungen der Entwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau GmbH bereits Anfang 2020 einziehen. Projektleiter Dieter Heymann verdeutlichte den Ausschussmitgliedern, dass es sich bei den insgesamt 50 Hektar zwar um eine außergewöhnliche Dimension der Entwicklung handele, dass man bei der Umsetzung aber sehr gut vorankomme. Eine große Zahl alter Gebäude sei bereits abgerissen worden, unter anderem die alte Sporthalle, die Erschließung des Areals habe begonnen. Heymann lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau.

Die Fachleute von LEG und Stadt arbeiten parallel zu den Bautätigkeiten deshalb auch mit Hochdruck an der Weiterentwicklung des Bebauungsplans. „Die Planung für die Pioneer-Kaserne zeichnet sich dadurch aus, dass aktuelle Erkenntnisse unmittelbar in den Bebauungsplan einfließen können. Deshalb ist die Planung auch an einigen Stellen weiter optimiert worden“, begründete Kaminsky, warum der Bebauungsplan vor der Sommerpause nochmals in die Offenlage gehen wird. Die erste Offenlage, die Ende 2018 stattgefunden hat, habe erwartungsgemäß viele Schreiben, viele Hinweise, viele Anregungen mit sich gebracht. Diese seien nun ausgewertet worden und teilweise in die Neufassung des Bebauungsplans eingeflossen, es handele sich aber nur um kleinere Optimierungen. So werde es zur Bulau hin eine weitere Hochwasserschutzwand geben, zudem seien die Traufhöhen der sogenannten „Brüder“-Gebäude angepasst worden. An den Zeitplanungen zur Entwicklung des Geländes werde das nichts ändern – mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans wird für den Herbst 2019 gerechnet, direkt im Anschluss sollen die Hochbauarbeiten beginnen.

„Parallel zur erneuten Offenlage werden die Untersuchungen zu dem wichtigen Thema Altlasten fortgeführt und die Sanierungsplanung vorangetrieben, die für einen Satzungsbeschluss des Bebauungsplans Voraussetzung ist“, betonte Kaminsky. Die zahlreichen, im Rahmen der Offenlage eingegangenen Hinweise vor allem bezüglich der Themen Altlasten, Schallschutz und Geruchsbelastung würden sorgfältig abgearbeitet.Für den Bereich Triangle Housing seien aber keine Anpassungen notwendig.

Die Stadt hatte bereits im Februar die Teilplanreife für das Triangle-Areal erklärt. Nachdem nun die ersten Baugenehmigungen erteilt worden sind, haben die Arbeiten auf dem Teil-Gebiet nun voll begonnen. Insbesondere an den drei Gebäuden des ersten Bauabschnitts wird mit Hochdruck gearbeitet – Dämmung und Fassade werden erneuert, Platz für Dachgauben und Aufzüge geschaffen, Halterungen für die Balkone angebracht. Auch für den im ersten Bauabschnitt vorgesehenen Neubau liegt die Baugenehmigung inzwischen vor, der Aushub der Baugrube kann in Kürze beginnen. Schon im ersten Quartal 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen können.

„Mit dem außergewöhnlichen Konzept, im Triangle Housing bezahlbares Wohnen im Eigentum zu schaffen, hat die LEG offenbar den Nerv der Zeit getroffen“, sagte Kaminsky am Dienstagabend. Zahlreiche andere Kommunen hätten sich bereits nach dem Konzept erkundigt, das 370 Eigentumswohnungen in den kernsanierten Gebäuden vorsieht, die bei Preisen ab 2.000 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem Marktwert angeboten werden – aber nur zur Eigennutzung. Auch das Interesse der Kunden ist groß: Der erste Bauabschnitt ist nahezu vollständig verkauft, für weitere rund 200 Wohnungen liegen bereits feste Reservierungen vor.

Dass der Pioneer Park ein hochattraktives Wohngebiet ist, verdeutlicht auch die Nachfrage nach den Einzelgrundstücken, die Häuslebauer erwerben und selber bebauen können. Den Vertrieb hat die LEG Hessen-Hanau über ihren Partner Orban Projektentwicklung kürzlich gestartet. 82 dieser Grundstücke mit einer Größe zwischen 310 und 575 Quadratmetern wird es geben – 30 davon sind innerhalb weniger Tage bereits reserviert worden. Angeboten werden sie laut LEG zum einem durchschnittlichen Preis von 600 Euro pro Quadratmeter. Schon Ende diesen Jahres könnten die ersten Grundstücke baureif sein. Heymann führte zudem aus, dass inzwischen nahezu 95 Prozent der für Bauträger vorgesehenen Flächen im Pioneer Park verkauft seien. Wenn alles nach Plan laufe, sei mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme für Ende 2023 zu rechnen. Bis dahin werden im Pioneer Park nach Darstellung der LEG rund 500 Millionen Euro investiert werden.

Vorgestellt wurde im Struktur- und Umweltausschuss am Dienstagabend auch die neue Heizzentrale, die an der Haupteinfahrt des neuen Wohnquartiers entstehen wird. „Wir haben uns sehr viele Gedanken um die Gestaltung gemacht, denn das Gebäude soll ein Symbol für das innovative Versorgungskonzept im Pioneer Park Hanau werden“, erklärte Peter Glaese von der GETEC, die gemeinsam mit den Stadtwerken Hanau die PionierWerk Hanau GmbH gegründet hat. Die neue Gesellschaft errichtet die Infrastruktur im Pioneer Park. Das beinhaltet ein umfassendes und innovatives Dienstleistungspaket rund um die Themen Strom, Wärme, Telekommunikation, Smart Home und Elektromobilität. Das Energiekonzept sieht den Einsatz von drei Blockheizkraftwerken zur effizienten Erzeugung von Wärme und Strom sowie Brennwertkessel und Wärmepumpentechnologie vor. Zusätzlicher Strom wird über Photovoltaik erzeugt.

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