Bahnbetriebswerk Leipzig-Wahren

1841 wurden die ersten Bahngebäude eröffnet und schnell zu einem wahren Anlaufspunkt für Reisende in alle Richtungen. Schon einige Jahre später reichte der Platz nicht mehr aus, man musste die Kapazitäten erweitern, sodass im Jahr 1911 Anpassung und Erweiterung auf den aktuellen Stand erfolgten. 1916 eröffnete man das Bahnbetriebswerk. Nach Jahren der Entbehrung und des Schaffens übergab man 1941 den Bahnhof und das Bahnbetriebswerk. 1952 setzte man mit dem Bau einer geräumigen Lehrlingswerkstatt einen weiteren Meilenstein. 1963 hielt die erste Diesellok Einzug im Bw Leipzig-Wahren. 1979 baute man eine neue, größere Drehscheibe, schon im selben Jahr aber traf auch die Elektrifizierung die Leipziger Bahner. 1988 entfeuerte man als Folge die letzte Dampflok.

Zu Beginn der 90er Jahre wollte man den Bahnhof zu einem modernen Rangierbahnhof mit 64 Richtungsgleisen ausbauen, man stellte aber fest, dass man mit 32 Gleisen auch firmieren könnte. Zuletzt beliefen sich die Planungen auf die Modernisierung der bestehenden Richtungsgleise, doch auch dieses Vorhaben wurde nie umgesetzt. 1995 wurde der Betrieb aufgegeben, seither verfällt das Gelände und mit ihm die Gebäude wie Lokleitung, Lokschuppen, Wassertürme und viele mehr. Beide Wassertürme, die schon von Weitem ein tolles Ortsbild abgeben, stehen unter Denkmalschutz. Direkt neben dem Gelände des Bahnbetriebswerks ist das Güterverteilzentrum mit einem Containerterminal ansässig. Ende 2005 wurde dieses auf Ganzzuglänge ausgebaut und umfasst heute eine Kranbahn mit vier 700 m langen Gleisen.

_DSC0291
_DSC0337
_DSC0367
_DSC0455
_G105199
_G105232
_G105235
_G105280
_G105284
_G105285
_G105310
_G105313
_G105320
_G105325
_G105332
_G105335
_G105341
_G105347
_G105349
_G105356
_G105357
_G105360
_G105366
_G105383
_G105396
_G105403
_G105414
_G105419
_G105430
_G105431
_G105433
_G105434
_G105435

Die ehemaligen Wasserkräne preußischer Bauart wurden im Jahr 2007 von den Bielefelder Eisenbahnfreunden e. V. demontiert und nach Ostwestfalen verbracht. Somit konnten zumindest einige historische Anlagen vor Vandalismus oder Diebstahl bewahrt werden. 2012 sprudelte das Wasser wieder, wenn auch durch einen angeschlossenen Feuerwehrschlauch. Eine Dampflok aber kann nun wieder stilecht mit Wasser befüllt werden.

Makaber: Wegen des oftmals strengen Geruchs, der aus einer nahegelegenen Schweinemastanlage herüberwehte, wurde das Bahnbetriebswerk Leipzig-Wahren gerne „Bw Schweinescheiße“ genannt.

Am 27.12.2014 gegen 22.30 Uhr wurde die Feuerwehr zum Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Leipzig-Wahren gerufen. Die Flammen wüteten auf einer Fläche von rund hundert Quadratmetern. Hier hatten Unbekannte im Obergeschoss einer szweistöckigen Halle Unrat zusammengetragen und diesen angesteckt. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell unter Kontrolle bringen, gegen 1.30 Uhr war der Einsatz beendet. Die BILD-Zeitung berichtete zuvor, dass die (noch) amtierende Dschungelkönigin Melanie Müller den ehemaligen Bahnhof , der nur wenige Meter vom Bahnbetriebswerk entfernt steht, für 35.000 Euro gekauft hat, um diesen als Wohnhaus umzubauen und dann zu bewohnen. Die Idee dazu sei der Oschatzerin gekommen, als sie auf dem Weg zum Flughafen eine Plakatwerbung gesehen hatte, auf der der 1884 erbaute und seit 1996 leerstehende Bahnhof beworben wurde.

Quelle: Wikipedia, privat

Dokumenten Information
Copyright © rottenplaces 2013
Dokument erstellt am 15.08.2013
Letzte Änderung am 03.07.2014

Vorheriger ArtikelHeeresversuchsanstalt Hillersleben
Nächster ArtikelVideo: Bw Leipzig-Wahren
André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.