Bahnbetriebswerk Halberstadt

Das 2003 stillgelegte und 1843 in Betrieb genommene Bw Halberstadt beherbergte zu Reichsbahnzeiten einen der größten Bestände an Dampfloks der Baureihe 50.35 und war das letzte Dampflok-Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn. Am 29. Oktober 1988 endete aber auch hier der planmäßige Dampflokeinsatz. Mit der 50 3559 wurde an dem Tag letztmals der Umlauf Halberstadt–Magdeburg–Halberstadt–Thale–Halberstadt gefahren. Die Lokomotive findet heute Verwendung als Bestandteil einer Gastronomie in Erftstadt. Als Traditionslok wurde 1988/89 die seit 1986 in Oschersleben abgestellte 50 3708 wieder betriebsfähig hergerichtet. Das Bw Halberstadt bespannte größtenteils die Züge von Halberstadt nach Ilsenburg, Blankenburg (Harz), Magdeburg Hbf, Thale Hbf, Dedeleben, Frose (über Quedlinburg), Osterwieck, Gunsleben, Hessen und Halle, aber auch einige Züge nach Berlin-Lichtenberg und Leipzig Hbf.

Gegen Ende besaß das Bw Halberstadt nur noch Streckenloks, die nach dessen Auflösung größtenteils zum Bw Stendal überführt wurden. Bei Überführung in die Deutsche Bahn AG wurde das Bw in einen Betriebshof und das Werk Halberstadt Mitte unterteilt. Der Betriebshof übernahm auch die Zuständigkeit für die ehemaligen Bw Blankenburg (Harz) und Güsten. Die Belegschaft von einst 1.500 Beschäftigten wurde konsequent und zügig reduziert. Der Lokschuppen mit Drehscheibe und die Dienstgebäude verfallen seit Jahren. Was langfristig mit den Anlagen passieren soll, ist unklar. Bisher wurde das Gelände als illegale Mülldeponie missbraucht, es gab mehrere Brände. Die Stadt beauftragte die Deutsche Bahn AG als Eigentümerin, sich dieses Problem zu entledigen.

2014 wollte die Bahn einen Abriss oder Verkauf prüfen. Und tatsächlich, große Teile des Geländes sind beräumt, gerodet oder planiert worden (Stand: Mai 2015). Ein Großteil der Schienen vor dem Hauptlokschuppen wurden entfernt, Vegetation fachmännisch zurückgeschnitten. Bagger und Baucontainer zeugen von Arbeiten, die kurzfristig beginnen werden.

Wasserturm

Der Wasserturm auf dem Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks (Bw) Halberstadt wurde in den 1950er Jahren erbaut. Ende November 2017 brachte die Sächsische Grundstücksauktionen AG den Wasserturm zur Auktion. Das Mindestgebot lag bei 9.000 Euro. Der Zuschlag wurde bei 80.000 Euro erteilt. Mit der Versteigerung wechselte bereits der zweite Wasserturm im Stadtgebiet den Eigentümer. Wie Werner Deich, früherer Oberbauleiter und Bauüberwacher der Deutschen Reichsbahn für das Projekt, gegenüber der „Volksstimme“ sagte, hatte die Reichsbahn mit dem Bau des Wasserturms aus Ziegelmauerwerk, den massiven Stahlbetondecken und dem Wasserbehälter in Stahlbeton-Gussausführung echtes Neuand betreten.

Quellen: Wikipedia, Volksstimme.de, Deutsche Bahn AG

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Copyright © rottenplaces 2015
Dokument erstellt am 08.09.2015
Letzte Änderung am 08.09.2015

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