Ausstellung „Umbrüche: Industrie – Landschaft – Wandel“

Ruhr, Essen, 1981 (2007), C-Print, 24 x 24 cm. Foto: Joachim Brohm, VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Bochum (aw). Wenn 2018 die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließt, geht eine Epoche zu Ende, die mit der rasanten Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann. Was bedeuten die spätestens seit dem Beginn des Strukturwandels in den 1960er Jahren spürbaren Erschütterungen für die Region? Wie wirken sich die Entwicklungen von einem pulsierenden Zentrum der Montanindustrie hin zu einer postindustriellen Gesellschaft auf den Alltag jedes einzelnen aus? Wie verändern sich Landschaft, Lebensgefühl und gesellschaftliches Miteinander, was geht für immer verloren, welche neuen Perspektiven erschließen sich? Und schließlich: Wie schlagen sich tiefgreifende Brüche und stille Wandlungen in den Bildmedien – insbesondere in Fotografie und Film – nieder?

Die Fragen und Herausforderungen, die sich seit längerem schon für das Ruhrgebiet stellen, reichen in ihrer Bedeutung weit über die Region hinaus. Entwicklungen, die andernorts womöglich langsamer, planvoller und weniger drastisch verlaufen, zeigen sich hier in deutlicher Schärfe. Wahrscheinlich zog und zieht das Ruhrgebiet gerade deshalb immer wieder Künstlerinnen und Künstler insbesondere aus den Bereichen Fotografie und Film an, die den Wandel mit je eigenen Formulierungen ins Bild setzen. Betrachtet man die in der Ausstellung (07. September 2017 bis 25. März 2018) „Umbrüche“ versammelten Werke aus der Zeit des frühen Strukturwandels bis in die Gegenwart – von Hilla Becher und Rudolf Holtappel über Richard Serra und Joachim Brohm bis zu Jitka Hanzlová und Marco Kugel, so eröffnen sich gerade im Vergleich zahlreiche Fragen und Assoziationen, die weit über das jeweils im Bild Sichtbare hinausweisen.

Von dieser Beobachtung ausgehend rückt das Begleitprogramm das in der Ausstellung Sichtbare in einen weiteren Kontext. Fachleute aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien, WissenschaftlerInnen aus den Bereichen (Kunst-) Geschichte, Literatur, Soziologie, Ökonomie etc. werden Hintergründe erläutern und im interdisziplinären Dialog möglichst viele Standpunkte offen beleuchten – sowohl im historischen Rückblick als auch mit Konzepten zur weiteren Entwicklung. Dabei werden auch Erfahrungen aus anderen Regionen, die vom Ende der Schwerindustrie oder ähnlich tiefgreifenden Umwälzungen betroffen sind, vergleichend vorgestellt und diskutiert.

Zur Ausstellung ist ein vierbändiger Katalog im Hardcover-Schuber erschienen, mit 240 Seiten und zahlreichen Abbildungen. Texte von Silke von Berswordt-Wallrabe, Maria Spiegel, Heinz Liesbrock sowie Irina Lammert und Katharina Zimmermann, erhältlich im Museum unter Tage, Situation Kunst, zum Preis von 32,- Euro, ermäßigt 26,- Euro

Schlossstraße 13, 44795 Bochum
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14-18 Uhr
Samstag, Sonntag, feiertags 12-18 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
07. September 2017 – 25. März 2018
Museum unter Tage von Situation Kunst, Bochum.
www.situation-kunst.de

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