Ausstellung „Frank Kunert: LIFESTYLE“ in Iserlohn

„Unter der Brücke“. Foto: Frank Kunert

Iserlohn (aw). Die Städtische Galerie Iserlohn zeigt seit Freitag, 12. April, die Ausstellung „Frank Kunert: LYFESTYLE“. Den Betrachter von Frank Kunerts Bildern erwartet eine seltsame Wirklichkeit. Seine Fotografien sind irritierend und witzig; zuweilen bleibt einem aber auch mal das Lachen im Halse stecken: ein Treppenlift, der nach draußen in den Himmel führt; das Eigenheim, das in einem Brückenpfeiler der Autobahn Platz findet; eine festliche Tafel an einem Winterabend, bei der einer draußen in der Kälte sitzen muss. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Es handelt sich um Modelle, die der Fotograf in minutiöser Kleinarbeit erbaut und in denen er die Absurditäten unseres Alltags auf die Spitze treibt. Am Ende fotografiert er die dreidimensionalen Illusionen bei künstlichem Licht im Studio.

In der die Menschen umgebenden Architektur manifestiert sich am deutlichsten deren Lebensweise. Architektur ist eine Ausdrucksform menschlicher Entwicklungen, Hoffnungen, Visionen – aber nicht selten scheitert die Umsetzung im Alltag grandios und treibt seltsame Blüten. In seinen Arbeiten gibt Frank Kunert den Auswüchsen zivilisierten Lebens tiefgründigen Ausdruck.

Frank Kunert (*1963 in Frankfurt am Main) absolvierte in den 1980er-Jahren eine Ausbildung zum Fotografen und widmet sich nun schon seit vielen Jahren dem Gestalten und Fotografieren seiner Miniaturmodelle im Studio. Die Arbeiten des Künstlers wurden in bisher drei Bildbänden (beim Hatje Cantz Verlag) und in diversen Magazinen publiziert (z. B. in Spiegel special, chrismon, DU – das Kulturmagazin) und in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, etwa in der FREELENS Galerie in Hamburg, im Museum of Arts and Design in New York und bei La Chambre in Straßburg. Frank Kunert erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem die Silbermedaille beim Biennial Dimensional Salon in New York, den Deutschen Fotobuchpreis in Silber und den 2. Preis bei den IPA International Photography Awards in Los Angeles.

In der Ausstellung sind neben den Fotografien auch einige Originalmodelle zu sehen. Parallel zur Ausstellung ist im Hatje Cantz Verlag die gleichnamige Publikation des Künstlers erschienen. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, ist bis zum 26. Mai zu sehen. Die Galerie öffnet mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Mehr Informationen unter www.galerie-iserlohn.de

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