Ausstellung „Architektur der 1950er Jahre in Nürnberg“

Kraftstation, Erlenstegenstraße 39. Foto: Claus Baierwaldes

Nürnberg (aw). Das Museum Industriekultur zeigt seit dem 16. März und noch bis zum 30. April 2017 die Fotodokumentation des Nürnbergers Claus Baierwaldes und nimmt den Besucher mit auf einen retrospektiven Spaziergang durch die Stadt Nürnberg. Sie lenkt den Blick auf die architektonisch interessante Epoche der 1950er Jahre, die sog. Nachkriegsmoderne.

Dies kann die Begegnung mit Gebäuden sein, die uns seit Jahrzehnten geläufig sind, aber auch eine Entdeckungstour ins Unbekannte. Denn viele der abgebildeten Häuser, Fassaden, Eingänge oder Treppenhäuser kann der Betrachter zunächst nicht verorten. So möchte die Ausstellung auch Anregung sein, auf Spurensuche zu gehen. Dabei gibt es zahlreiche, außergewöhnliche Bauten und Räume zu entdecken: originelle Pavillons, Kioske und Tankstellen ebenso wie elegante öffentliche Gebäude, Schulen, Kirchen oder Mietshäuser.

Der Zeitgeist der „50er“, geprägt von Aufbruchsstimmung, Optimismus und dem Wunsch nach neuen, modernen Formen, nach Transparenz und Licht, spricht aus diesen Bildern und erinnert an eine unvergleichlich experimentierfreudige, spannende Epoche, die es zweifellos verdient, ins Gedächtnis gerufen zu werden. In diesem Zusammenhang zitiert Claus Baierwaldes den französischen Maler Paul Cézanne, der wenige Jahre vor seinem Tod die drastischen Veränderungen seiner Heimatstadt beklagte: „Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will, alles verschwindet.“

Begleitet von rasanten technischen Entwicklungen, ist der seit frühester Jugend passionierte Baierwaldes einen langen und experimentellen Weg gegangen – von der „AGFA-Box“ zur modernen Kleinbildkamera, vom Rollfilm zum Diapositiv, von der analogen Spiegelreflexkamera zur Vollformatkamera, weg von Chemie und Dunkelkammer, hin zur Farbe. Seine Leidenschaft hat ihn über Jahrzehnte auf Reisen und Bergtouren, bei kulturellen Veranstaltungen, Stadtspaziergängen und bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für das Nürnberger Stadtarchiv motiviert und letztlich hingeführt zum bewussten Entschleunigen, zum Bewahren und Festhalten.

Der Eintritt in die Ausstellung ist im Museumseintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, bereits inbegriffen.

Museum Industriekultur
Äußere Sulzbacher Straße 62
90491 Nürnberg
www.museum-industriekultur.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr