Aus Heilanstalten soll Wohn- und Lebensraum werden

Milbitzer Heilanstalten. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Gera (aw). Nachdem im Rahmen der Auktion im Hotel Zwergenschlösschen kein neuer Eigner für die Milbitzer Heilanstalten gefunden wurde (wir berichteten), war die Enttäuschung groß. Die Gebäude der früheren Heilstätten sind größtenteils in einem sanierungsbedürftigen Zustand und teilweise entkernt. Im letzten Jahr brannte ein Gebäude komplett nieder. Zuletzt wurde das Areal als Krankenhaus der Sowjetarmee genutzt. Um die Immobilie trotzdem zu vermarkten, sollte auf dem freien Markt nach einem Käufer gesucht werden.

Seit Ende des letzten Jahres gibt es jetzt bereits einen neuen Eigentümer. Wie die „Ostthüringer Zeitung“ berichtet, hatte die Geraer Heim und Familie Wohnbau GmbH (HFW) nach langen Verhandlungen den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen möchte den verlassenen, rund 46.000 Quadratmeter großen Komplex wieder einer neuen Nutzung zuführen. Gemeinsam mit einem Projektentwickler möchte man das im Landschaftsschutzgebiet liegende Gebiet erhalten und einer neuen Nutzung zuführen. Dafür sollen nun die Gebäude auf dem Gelände geprüft werden, die sich teilweise in einem mehr als schlechten Zustand befinden. Vandalismus und mehrere Brände hatten der Substanz schwer zugesetzt.

Zeitgleich möchte der neue Eigentümer mit der Stadt in ein Bebauungsplan-Verfahren einsteigen. Des Weiteren muss über eine dezentrale Energieversorgung nachgedacht werden, sowie eine mögliche Erschließung diskutiert werden. Gerne möchte man die Vergangenheit der Heilstätten wieder aufnehmen. Möglichst viel Architektur soll erhalten bleiben, um die wechselhafte Geschichte des Komplexes, der heute nicht unter Denkmalschutz steht, aufzunehmen. Im Zweiten Weltkrieg wurden – hier funktionierte das Areal als Militärlazarett – die Gebäude genau vermessen. Diese Daten sollen zur Analyse der Bausubstanz mit einfließen.

Vorstellen könnte sich der neue Eigentümer einen neuen Lebensraum für generationsbergreifendes Wohnen und ein Zusammenleben, beispielsweise in Wohngemeinschaften oder Wohngruppen, von Familien, Jung und Alt sowie Behinderten Menschen. Geprüft werden soll in naher Zukunft, was wirtschaftlich umsetzbar ist. 1994 sollte auf dem Areal bereits ein Pflegezentrum entstehen. Diese Pläne zerschlugen sich aber aufgrund der Überdimensionierung. Ein Containerdorf für Asylsuchende scheiterte ebenso, wie der Bau von Einfamilien- und Reihenhäusern.

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