Arbeiten auf Ostseite des Hauptbahnhofs Münster im Zeitplan

Blick auf den Hauptbahnhof und den Bremer Platz, Luftbild von März 2017. Foto: Vermessungs- und Katasteramt Münster
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Münster (sms/aw). Die mit dem neuen Empfangsgebäude auf der Westseite begonnene Erneuerung und Aufwertung des Hauptbahnhofs wird auf der Ostseite fortgesetzt. In den nächsten Jahren entsteht eine Neubebauung auf dem Bremer Platz, auf der Teilfläche zwischen den Gleisen und der Bremer Straße. Im neuen Gebäudekomplex, bestehend aus drei Baukörpern, die über ein sogenanntes Flugdach verbunden sind, sollen unter anderem ein Hotel, Appartements, Studentenwohnungen, Gastronomieangebote und ein Supermarkt untergebracht werden. Im nördlichen Teil ist eine neue Fahrradstation mit über 2.000 öffentlichen Stellplätzen geplant.

Seit Januar 2018 werden die notwendigen Vorarbeiten für den Baubeginn durchgeführt, u. a. die Leitungsverlegung durch die Stadtwerke Münster. Ab Anfang Mai wird die Baustraße eingerichtet. Nach dem Freiräumen des Baufeldes werden ab Sommer die ersten Tiefbauarbeiten mit dem Setzen der Bohrpfähle beginnen.

Bremer Straße

Für den Zeitraum der Bauzeit wird der Verlauf der Bremer Straße geändert und der Straßenlauf Richtung Grünfläche verschwenkt. Dafür wurde die Pergola bereits zurückgebaut.

Witterungsschutz

Mit der Pergola sind auch die zwei Pavillons entfallen. Als Ersatz dienen zwei „Wetterschutzsegel“ als Überdachung und Witterungsschutz im Norden und Süden der Grünfläche.

Fußwege zu den Gleisen

Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zu den Gleisen von der Ostseite ab dem Beginn der Bauarbeiten weder über den Nordtunnel noch über den Südtunnel möglich. Der Weg zu den Bahnsteigen führt ausschließlich durch die Eingänge am Berliner Platz (Westseite). Um von der Ostseite zur Westseite – und umgekehrt – zu gelangen, sind der Hamburger Tunnel und die Fußwege entlang der Wolbecker Straße und der Bahnhofstraße zu nutzen.

Im Interesse der Münsteranerinnen und Münsteraner und der Bahnkunden ist der Nordtunnel so lange wie möglich offen geblieben. Ab 26. April muss er als Ein- und Ausgang für den Publikumsverkehr geschlossen werden.
Fahrradparken

Die Anzahl der Fahrradabstellplätze auf der Bahnhof-Ostseite hat sich für die Bauarbeiten deutlich verringert. Weil die Ein- und Ausgänge auf der Ostseite während der Bauzeit gesperrt bleiben, ersetzen Fahrradabstellanlagen in guter Erreichbarkeit zum Haupteingang auf der Westseite die wegfallenden Fahrradständer. Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadt im Hamburger Tunnel doppelstöckige Fahrradständer aufgestellt. Zusätzlich wird auf der Westseite des Bahnhofs am Berliner Platz vor der Post und an der Zufahrt zum Wartebereich der Taxen Platz für rund 200 Fahrräder geschaffen.

Nach der Fertigstellung erwartet die Fahrradfahrer wieder ein großes Angebot auf der Ostseite: Mit oberirdischen Stellplätzen im Bereich der neuen Bebauung, dem neuen Fahrradparkhaus und später auch weiteren Stellplätzen, die in die Neugestaltung der Freifläche integriert werden sollen.

Für mobilitätseingeschränkte Menschen, die mit dem Rad zum Bahnhof kommen, gibt es seit Anfang April eine abschließbare Fahrradabstellanlage vor der Bahnhofspost. Sie ist für die Bauzeit vom Bremer Platz dorthin verlegt worden.
Parken

Die Kiss & Ride-Spuren und die Kurzzeit-Parkplätze auf der Ostseite entfallen während der Bauarbeiten. Sie sind in die „kleine“ Bahnhofstraße (zwischen Postgebäude und Metropolis-Hochhaus) verlegt worden. Ergänzend befinden sich weitere Parkplätze im Parkhaus Bahnhofstraße. Für Menschen mit Behinderungen stehen in diesem Bereich insgesamt drei Stellplätze zur Verfügung.

Die Deutsche Bahn AG, die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW und die Stadt Münster haben gemeinsam ein Investorenauswahlverfahren durchgeführt, aus dem 2015 die Landmarken AG als bestplatzierter Bieter hervorgegangen war. Der Rat der Stadt Münster hat den ausgearbeiteten Entwurf im März 2017 zustimmend zur Kenntnis genommen.

Neben der zentralen Funktion als zeitgemäßes Bahnhofsgebäude mit Fahrradparkhaus und Zugang zu den Bahnsteigen bringt der Entwurf der Landmarken AG mit modernen Hotel- und Wohnkonzepten sowie einem Supermarkt und kleineren Läden urbanes Leben an den Standort. Zudem schafft das von kadawittfeldarchitektur entworfene Gebäudeensemble eine Verbindung zwischen dem Hansaviertel und der Innenstadt.

Ausblick: Neugestaltung der Grünanlage Bremer Platz

Nicht nur das Bahnhofsgebäude auf der Ostseite, auch die gegenüberliegende Grünfläche am Bremer Platz wird ein neues Gesicht erhalten. Die Planungen für die Hauptbahnhof-Ostseite sind mit Ratsbeschluss vom Dezember 2017 um die Grünfläche am Bremer Platz räumlich erweitert worden. Zielsetzung ist ein attraktiver öffentlicher Raum, der dabei auch die im Umfeld existierende(n) Szene(n) berücksichtigt.

Die die Stadtverwaltung plant, ein dialogorientiertes Workshop- und Planungsverfahren (voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2018) anzubieten, um gemeinsam mit den Anliegern und Menschen, die den Platz derzeit nutzen, zu überlegen, wie die Freifläche in Zukunft gestaltet werden soll. Sicher ist schon jetzt, dass die Fläche nicht bebaut wird und eine Frei- bzw. Grünfläche (inklusive Erhaltung der großen bestehenden Bäume) bleibt. Die Realisierung der neugestalteten Fläche soll nach Vollendung der Bebauung auf der Bahnhof-Ostseite beginnen.

Mehr Informationen

www.landmarken-ag.de/projekte/ostseite-hauptbahnhof-muenster
www.stadt-muenster.de/bremerplatz.html

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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