Aokigahara – Der Wald der Selbstmörder

Im Inneren des Aokigahara. Foto: ajari/CC BY 2.0

Ein Wald, so dicht, dass man schon nach kurzer Zeit die Orientierung verliert. Kommt oft vor, werden viele nun denken. Ein Wald aber, in den regelmäßig Menschen gehen, um sich das Leben zu nehmen, ist nun nicht wirklich normal. Die Rede ist vom „Urwald des Fuji und Aokigahara-Wald“ – kurz „Aokigahara“ – ein Naturdenkmal am Fuß des Vulkans Fuji an dessen Nordseite, westlich vom Saiko und südöstlich vom Shoji-See zwischen den Gemeinden Fujikawaguchiko und Narusawa der Präfektur Yamanashi. Der Wald erstreckt sich über eine Fläche von etwa 35 Quadratkilometern.

Viele Sagen und Gruselgeschichten gibt es über den Aokigahara zu erzählen. So soll dort angeblich ein Magnetfeld bestehen, der Kompasse und jegliche Elektrik zunichtemacht. Belegt werden konnten diese Behauptungen bisher nicht. Auch nicht, weil das japanische Militär und die US-Armee hier seit längerer Zeit Manöver durchführen und bisher keine ungewöhnlichen Phänomene oder Aktivitäten feststellen konnten. Wesentliche Teile des 2016 erschienenen Horrorfilms „The Forest“ wurden im Aokigahara gedreht.

Als der Bestsellerautor Matsumoto Seichō 1960 in seinem Roman „Wellenturm“ eine liebeskranke Protagonistin am Fuß des Fuji Selbstmord begehen ließ, pilgerten Suizidenten aus ganz Japan zum Sterben in den Aokigahara. Seit 2010 konnten Polizei und Feuerwehr, die den Wald regelmäßig nach Leichen durchsuchen 247 Suizidversuche feststellen, wovon 54 erfolgreich waren. Vermutet wird, dass sich im Wald noch mehr Leichen befinden, diese aufgrund seiner Dichte bisher nicht gefunden wurden. Um einen weiteren Anstieg der Suizidrate zu verhindern, verweisen Patrouillen und Schilder auf Angebote der Telefonseelsorge.

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