Alter Friedhof Herford

Bis 1808 wurden die Bürger der Altstadt, der Radewig, der Abtei und der zu Herford gehörenden Bauernschaften auf dem Münsterkirchplatz beerdigt. Auch an den anderen Kirchen existierten Kirchhöfe. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wurden die innerstädtischen Begräbnisplätze während der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) geschlossen und ein neuer, nach rationalen Kriterien geplanter Friedhof am Eisgraben (heute Friedhofstraße) eröffnet.

Dieser 1808 nördlich der Hermannstraße angelegte ältere Teil des sogenannte „Alten Friedhofs“ war der erste kommunale Friedhof der Stadt Herford. Unter den zahlreichen Grabmälern befindet sich ein großer Bestand aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Einige ältere Steine aus der Renaissance und dem Barock stammen vom aufgelassenen Friedhof auf dem Münsterkirchplatz. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Dänischen Krieges, des preußischen Krieges gegen Österreich und des Deutsch-Französischen Krieges, mit der Darstellung eines Engels mit einem toten Soldaten, wurde 1879 von Heinrich Wefing geschaffen. Es stand bis 1964 auf dem Alten Markt. Auf dem alten Teil finden seit 1874 keine Bestattungen mehr statt.

Der jüngere Teil südlich der Hermannstraße, auf der heute noch Beerdigungen durchgeführt werden, wurde 1873 als regelmäßige Anlage mit quadratischen Feldern und Alleen gärtnerisch gestaltet. Das Monumentalkreuz in der Mitte, mit der Bezeichnung 1873, ist von besonders reichen Erbbegräbnissen umgeben. Die neugotische Kapelle wurde 1891 gebaut.

Neben dem alten Baumbestand beeindrucken beide Anlagen durch den Charakter der zahlreichen alten Denkmäler. Der alte Teil, der in den benachbarten Aawiesenpark übergeht, ist sehr beliebt für Spaziergänger, die einen Platz der Ruhe suchen.

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Dokument erstellt am 21.06.2011
Letzte Änderung am 15.07.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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