Abbruch des Raw-Zwickau erst 2016

Zwickau (aw). Auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks (Raw) in Zwickau-Marienthal soll ein sächsisch-thüringisches Großgefängnis für 820 Strafgefangene entstehen (wir berichteten). Dafür müssen auf dem 23 Hektar großen Gelände etwa 50 Gebäude abgerissen werden, rund 130.000 Tonnen Schutt werden anfallen. Dafür wurden 10 Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten hätten bereits beginnen sollen, doch nichts tut sich auf dem Raw-Gelände, nur ein par Arbeiter tummeln sich hier und da. Laut Stephan Gößl, Sprecher des Justizministeriums verzögerten sich die Genehmigung der Arbeiten, was die Planungen nach hinten warf. Mit dem Abbruch der Gebäude werde man jetzt im Februar 2016 beginnen. Somit könnte der Bau der Haftanstalt erst im Sommer 2017 beginnen.

Gelände des ehemaligen Raw-Zwickau. Foto: Screenshot/GoogleMaps
Gelände des ehemaligen Raw-Zwickau. Foto: Screenshot/GoogleMaps

Den Sprecher der Bürgerinitiative „Nein zur JVA in Zwickau-Marienthal“, Lutz Reinhold, freut die Verzögerung. Gegenüber einer Boulevard-Zeitung sagte dieser, die Rechnungshöfe hätten das Projekt schon als Verschwendung von Steuergeldern bezeichnet. Ein Großgefängnis mit mehr als 300 Insassen sieht Reinhold als Unsinn an. Bisher hatte die Initiative mehr als 10.300 Stimmen für einen Bürgerentscheid zum Bau des Gefängnisses gesammelt, dieser wurde von der Stadt aber abgelehnt. Jetzt klagt die Initiative vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz.