Abbruch des Gesellschaftshauses vorgeschlagen

Riviera und Gesellschaftshaus. Foto: Fridolin/CC BY-SA 3.0

Berlin/Grünau (aw). Der Berliner Verwaltungsrichter Matthias Schubert hat jetzt vorgeschlagen, das alte Gesellschaftshaus Grünau in der Regattastraße von 1887 abzureißen um somit das nebenstehende „Riviera“ (1890) zu retten. 2006 hatte eine türkische Geschäftsfrau beide Gebäude von der damals noch staatlichen Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft TLG gekauft und kommt seitdem nur unwillig und unvollständig den Sanierungsanordnungen und Sicherungspflichten nach. Der Bezirk Treptow-Köpenick musste über die Jahre immer wieder Arbeiten nachkommen, die Aufgabe der Eigentümerin gewesen wären. Die Zeche zahlte der Steuerzahler.

Ursprünglich sollten beide Gebäude abgerissen und durch Wohnbauten ersetzt werden. Das wollte das Bezirksamt nicht. Im August letzten Jahres wurde die Eigentümerin gerichtlich dazu verpflichtet, ihren Sicherungsvorgaben nachzukommen. Die Kosten für ein Gerüst, dass der Bezirk 2014 aufgestellt hatte, muss diese aber nicht bezahlen. Denn hier hatte die Verwaltung einen Fehler gemacht. Hätte man im Bauarchiv nachgesehen, so wäre klar geworden, dass ein Gerüst aufgrund einer stabilen Stahlkonstruktion – die die Dachkonstruktion hält – nicht notwendig gewesen wäre. Das Gericht stellte aber auch klar, dass sich die Eigentümerin aufgrund ihres Nichtstuns nicht darauf berufen könne, dass die Denkmäler in einem schlechten Zustand seien.

Dann der Vorschlag des Verwaltungsrichters. Sollte die Eigentümerin den Vorschlag des Abbruchs des Gesellschaftshauses und die Sanierung des „Riviera“ unterstützen und bejahen, sollte der Bezirk die dichte Wohnbebauung genehmigen. Somit könnte der defizitäre Betrieb des Saalbaus als Restaurant oder Veranstaltungsort finanziert werden. Aber auch hierbei scheiden sich die Meinungen. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) unterstellt der Eigentümerin, weiter auf den Abbruch beider Gebäude zu setzen. Damit darf man gespannt sein, wie es weitergeht. Eines aber ist sicher: Der Verfall der Gebäude geht weiter.

1 Kommentar

  1. News zu den Gebäuden Riviera und Gesellschaftshaus

    Die Grünauer haben sich bemüht die Gebäude zu retten und und einen Investor gefunden, der diese Gebäude zu einem Kongresszentrum umbauen wollte und die Gebäude weiter öffentlich nutzen wollte. Dazu wurde die ein Einwohnerantrag mit 1.400 Unterschriften beim Bezirk Treptow-Köpenick eingebracht, um einen Bebauungsplan(B-Plan) aufzustellen und die öffentliche Nutzung zu sichern. Parallel dazu wurde ein Antrag auf Enteignung gestellt. Diese Pläne waren im Bezirksamt nicht gern gesehen, hier wurden Seniorenwohnungen bevorzugt und ein Investor dazu gesucht. Dieser wurde gefunden und große Teile der Denkmäler zum Abriss frei gegeben, um die hohe Kaufpreisforderung des Spekulanten zu befriedigen.
    Im Ergebnis wird nur der Saal Riviera erhalten. Alle anderen Gebäudeteile werden abgerissen bzw. umgebaut. Dazu wird das Gelände massiv mit Neubauten verdichtet. Im Ergebnis ist nur noch ein Uferweg öffentlich und kaum noch ein Blick zum Wasser möglich. Der Ortsteil Grünau verliert damit sein Highlight, ein weiterer Ort, wo die Öffentlichkeit das Wasser erleben konnte, wird massiv mit Wohnungen bebaut, der Ort wird zur Schlafstadt. Das einzig erhaltene Gebäude „Riviera“ sieht wie Spielzeug neben den Neubauten aus, die 5-geschossigen Gebäude sind ein riesiger Block, der alles erdrückt.
    Das Bezirksamt hat so dem Spekulanten den größten Profit ermöglicht, die Denkmäler wurden dem geopfert.
    Mehr Infos hier:
    http://www.riviera-retten.de
    https://www.change.org/p/bürgermeister-oliver-igel-stoppen-sie-die-vernichtung-der-historischen-baudenkmäler-riviera-und-gesellschaftshaus

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here