3,1-Millionen-Investition in das LWL-Preußenmuseum

Gestaltungsentwurf: Jakob Blazejczak/Lukas Kesler/Anne Kummetz, TU Berlin. Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH

Minden/Münster (lwl). Neuartig, emotional und zum Mitmachen: So will das Preußenmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sich in Minden bei der Neueröffnung 2020 präsentieren. Dafür soll der LWL 3,1 Millionen Euro in die Ausstellung investieren und den jährlichen Etat für Personal, Ausstellungen und das Besucherzentrum am Kaiser-Wilhelm-Denkmal im benachbarten Porta Westfalica auf knapp 1,5 Millionen Euro aufstocken. Diesen Vorschlag hat jetzt der LWL-Kulturausschuss in Münster gebilligt. Die endgültige Entscheidung fällt am 23. November im Landschaftsausschuss des LWL.

Für das neue Konzept des Museums, das seit 2016 zum LWL gehört, hatte der Kommunalverband mit Studierenden des Masterstudiengangs „Bühnenbild/Szenischer Raum“ der Technischen Universität (TU) Berlin zusammengearbeitet. Dabei waren Ausstellungsentwürfe entstanden, die ein differenziertes Preußenbild vermitteln und zeigensollen, warum Preußen auch heute noch relevant ist. Am authentischen Ort, der Defensionskaserne von 1829 in der Mindener Innenstadt, soll das Thema Preußen in Westfalen auf rund 650 Quadratmetern Ausstellungsfläche über neue und unerwartete Zugänge lebendig werden.

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger: „Wir wollen dem Thema Preußen sein verstaubtes Image nehmen. Frisch und unvoreingenommen sind Entwürfe entstanden, die auch jungen Besuchern ein Gefühl für das ,Preußische‘ vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Dieses Konzept wollen wir jetzt umsetzen.“

Die ausgewählte Ausstellungskonzeption von Jakob Blazejczak, Lukas Kesler und Anne Kummetz war auch der Favorit des wissenschaftlichen Beirates des LWL-Preußenmuseums Minden. Der Entwurf schaffe es, emotional zu berühren, in Staunen zu versetzen und Neugierde zu wecken, so der Beirat. Die Gestaltungselemente der Ausstellung reichen von einem Raum mit Tausenden von Zinnsoldaten unter einem begehbaren Glasboden bis hin zu einem Blitz, der in eine Pickelhaube einschlägt und die Besucher schon im Foyer außergewöhnlich empfängt. Diese eingängigen Raumbilder sollen den Besucher in Erstaunen versetzen und ihn motivieren, die angesprochenen Themen zu vertiefen. Ein Team des LWL hatte das Konzept gemeinsam mit den Studierenden weiter ausgearbeitet, angeleitet von Professor Dr. Gerhard Kilger, dem ehemaligen Direktor der DASA-Arbeitswelt-Ausstellung in Dortmund.

Begriffe wie „Preußische Symbole“, „Migration und Freiheit“, „Alltag in Preußen“ sowie „Preußen und die Welt“ dienen für die neue Ausstellung als Orientierung. Auch die demokratischen Traditionen Preußens und die Umgestaltung Preußens zum demokratischen Rechtsstaat in der Weimarer Republik werden beleuchtet.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Über die Neukonzeption des LWL-Preußenmuseums sollen auch die Synergieeffekte genutzt werden, die sich aus der engen räumlichen und thematischen Nähe zum LWL-Besucherzentrum im Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica ergeben. Das LWL-Preußenmuseum betreut auch das Besucherzentrum am Denkmal.

Netzwerk „Preußen in Westfalen“

Das Netzwerk „Preußen in Westfalen“ wurde flankierend zur Übernahme des LWL-Preußenmuseums 2016 auf Initiative des LWL gegründet. Unter der Leitidee „Du bist mehr Preuße, als Du denkst“ lädt es zu einer Entdeckungsreise zu Sachzeugnissen und Ereignisorten preußischer Geschichte in Westfalen ein. Aktuell sind 55 Partner im Netzwerk engagiert. Das Netzwerk wird durch den LWL gesteuert und vom LWL-Preußenmuseum als zentralem Anlaufpunkt fachlich und koordinierend begleitet.

Zukünftig werden kulturtouristische Routen die Besucher auf eine Spurensuche durch Westfalen begleiten. Vermittlungsangebote wie die Web-Serie „Preußen & Westfalen“ werden fortgeführt, und neue innovative Wege mit dem Social Media-Angebot des Netzwerkes beschritten. Den fachlichen Austausch stärken Symposien zu preußisch-westfälischen Themen. Die Spuren der 200-jährigen preußischen Prägung Westfalens sollen unter der Marke Netzwerk „Preußen in Westfalen“ sichtbar und bekannt gemacht werden

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