15 sehenswerte Technikmuseen in der Republik

Technik-Museum Speyer, begehbare Boeing 747. Foto: Marcin Wichary/CC BY-2.0
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Wer wollte nicht schon einmal auf der Tragfläche einer Boeing 747 wandeln, am Steuer eines Panzers aus dem Zweiten Weltkrieg Platz nehmen, den harten Arbeitsalltag eines Bergmanns kennenlernen, mit einer historischen Straßenbahn fahren, mächtige Turbinen bestaunen, ehrfürchtig vor dem letzten erhaltenen Siemens-Martin-Ofen stehen, oder durch die Epochen der Industrialisierung schreiten? Was wie ein Wunschzettel für echte Männer klingt, ist für Jedermann täglich landesweit völlig unkompliziert möglich. Unzählige Museen haben die Geschichte der Bundesrepublik und darüber hinaus beinahe lückenlos dokumentiert und greifbar gemacht. Nirgends wird der rasante technische und gesellschaftliche Wandel so spannend vermittelt, wie in den unterschiedlichsten Technikmuseen. 15 sehenswerte Technikmuseen in der Republik haben wir hier aufgelistet.

Bergbaumuseum Bochum

Deutsches Bergbau-Museum Bochum. Foto: Christian Nawrot/CC BY-SA 3.0

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen (DBM) gehört zu den meistbesuchten Museen Deutschlands und vermittelt dem Besucher in übertägigen Asstellungen auf rund 12.000 Quadratmetern samt originalem Anschauungsbergwerk Einblicke in die Welt des Bergbaus. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist Teil der Route der Industriekultur. Internet: www.bergbaumuseum.de

Hannoversches Straßenbahn-Museum

Hannoversches Straßenbahnmuseum. Foto: Winternitz

Das Hannoversche Straßenbahn-Museum (HSM) ist ein Museum für Straßenbahnen und verwandte Fahrzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Kalibergwerks und Bundeswehrstandorts Hohenfels in Wehmingen. Das Museum wird in privater Trägerschaft und durch ehrenamtliche Tätigkeit vom Verein Hannoversches Straßenbahn-Museum e. V. betrieben. Die Fahrzeugsammlung konzentriert sich auf deutsche Straßenbahnen aus allen Epochen des Straßenbahnverkehrs und wird um einige ausländische Exponate, Arbeitsfahrzeuge und verwandte Fahrzeuge ergänzt. Dazu gehören etwa Pferdebahnwagen, ein Wagen der Wuppertaler Schwebebahn sowie ein restauriertes Exemplar der ersten Serie der Budapester Untergrundbahn, der nach der London Underground zweitältesten U-Bahn der Welt. Internet: www.tram-museum.de

Sächsisches Industriemuseum

Industriemuseum Chemnitz: Zeugwebstuhl mit Federnschlag. Foto: Norbert Kaiser/CC BY-SA 4.0

Mit seinen vier Standorten ist das Sächsische Industriemuseum ist ein dezentrales Museum. Zum Portfolio gehören das Industriemuseum Chemnitz, die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau, die Zinngrube Ehrenfriedersdorf und die Energiefabrik Knappenrode. Die Museen vertreten unterschiedliche Formen der Präsentation der sächsischen Industriegeschichte. So bilden die Ausstellungsarten in unterschiedlicher Form als klassisches Museum, Textilfabrik, Schaubergwerk und Spezialmuseum das gesamte Spektrum der sächsischen Industrie, beginnend im Bergbau über die Ansiedlung der Textilindustrie und des Textilmaschinenbaus bis zum Werkzeugmaschinenbau, ab. Internet: www.saechsisches-industriemuseum.de

Technikmuseen Sinsheim und Speyer

Technik-Museum Speyer, begehbare Boeing 747. Foto: Marcin Wichary/CC BY-2.0

Das Technik-Museum Speyer präsentiert seit Anfang der 1990er Jahre auf einer Hallenfläche von 25.000 Quadratmetern und 100.000 Quadratmetern Freigelände eine große Anzahl zum Teil besonderer technischer Konstruktionen aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau. Des Weiteren befinden sich auf dem Museumsgelände das so genannte Marinehaus und ein Modellbaumuseum sowie ein IMAX-Filmtheater mit einer 24 Meter durchmessenden kuppelförmigen Leinwand mit einer Projektionsfläche von rund 1.000 Quadratmetern.

Das Auto- und Technik Museum Sinsheim wurde 1981 eröffnet und zeigt neben den beiden Überschallflugzeugen Concorde und Tupolew Tu-144 vor allem hier eine große Oldtimer- und Autosammlung. Das Museum bietet mehr als 3.000 Exponate auf einer Fläche von über 50.000 Quadratmetern (Hallen und Freiluftausstellung, davon 30.000 m² Hallenfläche) und ist mit dem Technik-Museum Speyer verbunden. Internet: www.technik-museum.de

Deutsches Technikmuseum Berlin

Deutsches Technikmuseum Berlin. Foto: 1971 Markus/CC BY-SA 4.0

Das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTMB) befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Eisfabrikation und dem Anhalter Güter- und Postbahnhof und verfügt über eine Ausstellungsfläche von 26.500 Quadratmetern. Das Museum führt die Tradition namhafter Technikmuseen fort, die bis zum Zweiten Weltkrieg in Berlin beheimatet waren. Hier wird Kulturgeschichte der Verkehrs-, Kommunikations-, Produktions- und Energietechniken lebendig und nachvollziehbar. Ergänzt wird das riesige Areal durch einen Museumspark, historischem Archiv und eine Brauerei. Eine eigene Anschlussbahn ist direkt an das Schienennetz der Deutschen Bahn angebunden und ermöglicht beispielsweise die Anfahrt historischer Dampfzüge. Internet: www.sdtb.de

Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Großexponate auf dem Freigelände. Foto: HTM Archiv/CC BY-SA 4.0

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde (HTM) befasst sich mit der Geschichte der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (HVA) und der Erprobungsstelle der Luftwaffe „Peenemünde-West“, insbesondere der dort zwischen 1936 und 1945 entwickelten Raketen und anderen Flugkörpern. Es befindet sich seit 1991 in der Bunkerwarte und dem Areal des ehemaligen Kraftwerks in Peenemünde auf der Insel Usedom. Besucher werden anhand von Exponaten, Dokumenten und Filmen darüber informiert, welch verhängnisvollen Pakt die Raketenbauer und ihr technischer Leiter Wernher von Braun mit den damaligen Machthabern eingingen. Das Museum ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Internet: www.museum-peenemuende.de

Deutsches Museum München

Deutsches Museum von der Ludwigsbrücke aus gesehen. Foto: Martin Falbisoner/CC BY-SA 4.0

Das Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in München ist das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. Es liegt auf der Münchner Museumsinsel, einer ehemaligen Kiesbank in der Isar. Dem interessierten Laien sollen in verständlicher Weise naturwissenschaftliche und technische Erkenntnisse möglichst lebendig nahegebracht werden. Das Museum verfügt neben den gezeigten Exponaten über eine Studiensammlung mit rund 94.000 Objekten, eine Spezialbibliothek für die Geschichte der Naturwissenschaften und Technik mit etwa 850.000 Bänden und Archive mit zahlreichen Originaldokumenten. Das Museum ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Es ist als Forschungseinrichtung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Internet: www.deutsches-museum.de

Technikmuseum Magdeburg

Technikmuseum. Foto: Olaf Meister/CC BY-SA 4.0

Im Technikmuseum Magdeburg warten vor allem Werkzeuge, Maschinen, Anlagen, Verkehrsmittel und Produkte auf den interessierten Besucher. Zu den besonderen Ausstellungsstücken zählt die erste Magdeburger Straßenbahn von 1899 und das Flugzeug, mit dem Hans Grade 1908 den ersten deutschen Motorflug auf dem Cracauer Anger abgehalten hat. Dazu gab es bisher 25 Sonderausstellungen. Das Technikmuseum befindet sich in der ehemaligen Stahlbauhalle des Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“.  Internet: www.technikmuseum-magdeburg.de

Museum der Arbeit (Hamburg)

Museum der Arbeit. Foto: Pauli-Pirat/CC BY-SA 4.0

Das Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek hat die Wandlung des Lebens und der Arbeit in den letzten 150 Jahren zu seinem Hauptthema gemacht. In den Ausstellungen werden Themen wie die Auswirkungen der Industrialisierung und die dadurch ausgelösten Veränderungen in sozialen, kulturellen und ökonomischen Bereichen vorgestellt. Es verknpft dabei die drei Schwerpunkte Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte. Das Museum ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Internet: www.museum-der-arbeit.de

LWL-Industriemuseum

Zeche Zollern in Dortmund. Foto: rottenplaces Archivfoto

Das LWL-Industriemuseum – Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur ist ein dezentrales Industriemuseum mit acht Standorten in Westfalen und Lippe. Die Zentrale befindet sich in der Zeche Zollern in Dortmund. Zu den Standorten gehören die Zeche Hannover in Bochum, die Zeche Nachtigall in Witten, das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop, die Henrichshütte in Hattingen, das Textilmuseum Bocholt in Bocholt, die Ziegelei Lage in Lage und die Glashütte Gernheim in Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke. Die Museumsstandorte Zeche Zollern, Hannover und Nachtigall, das Schiffshebewerk, die Henrichshütte und die Ziegelei sind Ankerpunkte der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) und der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. Internet: www.lwl.org/industriemuseum

Industriemuseum Brandenburg an der Havel

Industriemuseum Brandenburg (Havel). Foto: Judith Richmann/CC BY-SA 4.0

Das Industriemuseum Brandenburg an der Havel entstand um den letzten Siemens-Martin-Ofen, der in Westeuropa erhalten werden konnte. Dieser Ofen ist der Mittelpunkt des Museums, das außerdem die Entwicklung der Stahlproduktion und -verarbeitung in der Stadt Brandenburg an der Havel dokumentiert. Das Museum beherbergt weiter eine Ausstellung über das Brandenburger Fahrzeugbauunternehmen Brennabor. Der denkmalgerechte Erhalt des Ofens mit seinen Nebenanlagen steht im Mittelpunkt der Museumsarbeit. Weiter werden Werkstätten, Fahrzeuge und Betriebsküchen präsentiert. In einem Ausstellungsbereich wird die Stahlerzeugung erläutert und die Geschichte des Werkes dargestellt. Zum Museum gehört auch ein Werksarchiv und eine Bibliothek. Das Museum ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Internet: www.industriemuseum-brandenburg.de

Technoseum Mannheim

Technoseum Mannheim. Foto: Rudolf Stricker

Das Technoseum bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. Zudem ermöglichen über 100 Experimentierstationen den Besuchern, interaktiv und spielerisch naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu verstehen. Die Ausstellungsfläche beträgt rund 9.000 Quadratmeter, davon rund 900 Quadratmeter für Sonderausstellungen. Besuchern, die das Gebäude von oben nach unten durchwandern, soll der Eindruck einer Zeitreise durch die Industrialisierungsgeschichte des Landes vermittelt werden. Das Museum verfügt auch über ein Museumsschiff – ein historischer Schaufelraddampfer – der im Neckar unterhalb der Mannheimer Kurpfalzbrücke als Ausstellungsstück liegt. Internet: www.technoseum.de

Turbinenmuseum Augsburg

Fabrikschloss im Textilviertel. Foto: Alois Wüst/CC BY SA 3.0

Das Turbinenmuseum Augsburg beschäftigt sich mit der Technik und Geschichte der Turbinen der ehemaligen Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei im Augsburger Textilviertel. In einer über 300 Quadratmeter großen Halle des Augsburger Fabrikschlosses befinden sich noch heute die Turbinen, die bis zum endgültigen Ende der Spinnerei und Weberei im Einsatz waren. Eine Ausstellung führt an den einzelnen Maschinen vorbei und erläutert auf Tafeln technische wie auch historische Details zu den Turbinen.

Verkehrsmuseum Frankfurt am Main

C-Triebwagen 375, D-Triebwagen 392 und F-Triebwagen 411 in dem Frankfurter Verkehrsmuseum in Frankfurt am Main. Foto: Urmelbeauftragter/CC BY-SA 3.0

Das Verkehrsmuseum Frankfurt am Main widmet sich der Verkehrsgeschichte des städtischen Nahverkehrs in Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet. Das Museum ist zugleich Firmenmuseum der Stadtwerke Frankfurt am Main und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Es ist ein Bestandteil der Route der Industriekultur Rhein-Main. Unter den ausgestellten Bahnen und Exponaten befindet sich auch der weltweit älteste erhaltene elektrische Straßenbahn-Triebwagen Nr. 8 von 1884 und der Beiwagen Nr. 13 der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft. Auch der Prototyp des weltweit ersten echten Stadtbahn-Triebwagens vom Typ U1 von DUEWAG begeistert die Besucher. Internet: www.verkehrsmuseum.info

Deutsches Panzermuseum Munster

Panzerkampfwagen VI Tiger II Ausf. B (Sd.Kfz. 182). Foto: baku13/CC BY-SA 3.0

Die Stadt Munster und das Ausbildungszentrums Munster der Bundeswehr betreibt das Deutsche Panzermuseum Munster (DPM) als gemeinsame Einrichtung. Das Museum zeigt Panzer, Fahrzeuge, Waffen, Uniformen, Ausrüstung und militärische Abzeichen. Zeitlicher Schwerpunkt ist das 20. Jahrhundert, regionaler Schwerpunkt die deutsche Geschichte. Im Zuge einer Transformation des Museumskonzepts wird versucht, die Exponate über die Technikgeschichte hinaus kritisch durch den Blickwinkel möglichst vieler geschichtswissenschaftlicher Perspektiven zu betrachten. Internet: www.daspanzermuseum.de

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